PERSONALIEN Willibald Pahr
Willibald Pahr, 52 (Photo), bislang Österreichs Außenminister und künftig Wiens Botschafter in Bonn, müßte in einer Eignungsprüfung erst beweisen, ob er für den auswärtigen Dienst überhaupt tauglich ist. Zwar wird nicht bezweifelt, daß Pahr einen ganz passablen Berufsdiplomaten abgeben wird. Es gibt jedoch eine Vorschrift, nach der jeder Neuzugang im Außenministerium ein »Examen prealable« ablegen muß. Egal welches Amt der Kandidat vorher ausgeübt hat. Damit Pahr die Prozedur erspart bleibt, soll die Bestimmung mit einem Trick umgangen werden: Der Parteilose gilt in den Personalakten des Bundeskanzleramtes, dem er vor seiner Berufung zum Minister als Abteilungsleiter angehört hatte, lediglich als »beurlaubt«. Würde er formal auch weiterhin zum Bestand seiner ehemaligen Dienststelle gezählt und als Beamter nur an das Außenministerium ausgeliehen werden, könnte er den Job auch ohne Examen antreten - dafür reicht ein Kabinettsbeschluß.