Wim Wenders - DER SPIEGEL
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Wim Wenders

• aus DER SPIEGEL 30/2000
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Wim Wenders, 54, Filmemacher, sah sich zu einer dringenden Warnung an seine Fans veranlasst. »Steigen Sie in Los Angeles auf keinen Fall im Million Dollar Hotel ab, versprechen Sie mir das bitte«, appellierte er vergangene Woche an das Publikum des Jerusalemer Film-Festivals, »der Schuppen ist selbst die acht Dollar nicht wert, die eine Nacht dort kostet.« Nach seinem Film »Buena Vista Social Club« über die gleichnamige kubanische Jazz-Band seien Fans zu Tausenden nach Havanna gejettet. Das solle sich nun nicht mit seinem jüngsten Film »The Million Dollar Hotel« wiederholen. Das Kinowerk über die Außenseiter des amerikanischen Traums spielt in ebendiesem Hotel in Los Angeles, das vor Jahrzehnten tatsächlich einmal eine Luxus-Herberge war. Doch heute ist das Haus, so Wenders, »ein heruntergekommenes Loch, das überwiegend Sozialhilfeempfänger, Junkies und abgedrehte Freaks beherbergt«. Die Dreharbeiten, gestand Wenders der israelischen Zeitung »Haaretz«, seien »spannend, aber nicht sehr angenehm« gewesen. Ratten liefen über die Flure, die meisten Bewohner des Hotels hätten die Filmcrew vollkommen ignoriert. Doch wenn die Schauspieler und Kameraleute nach dem Drehtag das Hotel verließen, seien ihnen aus den Fenstern gebrauchte Spritzen hinterhergeflogen.

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