NRW Windiges Geschäft
Dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Peer Steinbrück (SPD) droht im Landtag Ärger wegen eines umstrittenen Millionengeschäfts der Westdeutschen Landesbank (WestLB). Mit einer parlamentarischen Anfrage will die FDP in Erfahrung bringen, weshalb der WestLB-Verwaltungsrat, dem der Regierungschef als Vize angehörte, im Oktober 2001 dem Kauf eines Aktienpakets des Windanlagen-Herstellers Nordex AG durch die Bank zugestimmt hat. Besonders interessiert die Liberalen, ob und wie Steinbrück mit Ex-WestLB-Chef Friedel Neuber (SPD) darüber gesprochen hat. Die Bank hatte damals für rund 140 Millionen Euro von der inzwischen insolventen Babcock Borsig ein Paket Nordex-Aktien gekauft, dessen Wert heute gerade noch auf gut ein Zehntel dieser Summe geschätzt wird. Die FDP vermutet eine »Gefälligkeit unter Genossen«, mit der dem angeschlagenen Maschinenbauunternehmen geholfen werden sollte, so Fraktions-Wirtschaftsexperte Gerhard Papke: Neuber war seinerzeit auch Aufsichtsratsvorsitzender von Babcock Borsig.