»Wir sind vorbereitet« - DER SPIEGEL
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INDIEN »Wir sind vorbereitet«

Indiens Verteidigungsminister George Fernandes, 72, über das Wettrüsten auf dem Subkontinent
• aus DER SPIEGEL 16/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Nach den jüngsten Raketentests hat Ihre Regierung den Start einer neuen Langstreckenrakete, Agni III, für dieses Jahr angekündigt. Steht eine neue Etappe im Rüstungswettlauf mit Erzfeind Pakistan bevor?

Fernandes: Indiens Nuklearwaffen sind nur zur Abschreckung gedacht. Sie sollen nicht gegen Länder eingesetzt werden, die über keine Atomwaffen verfügen. Wir werden unsere Technologie aber rasch weiterentwickeln. Schließlich ist es Pakistan, das sich die Option zum atomaren Erstschlag offen hält.

SPIEGEL: Ihr Kollege, Außenminister Yashwant Sinha, hat sich für Präventivschläge auf Terrorcamps im pakistanischen Teil Kaschmirs ausgesprochen. Dabei verfügt Indien zurzeit nicht einmal über einen Generalstabschef bei den Nuklearstreitkräften.

Fernandes: Man versucht absichtlich, falsche Informationen über Indien zu verbreiten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor ein Oberkommandeur ernannt wird. Aber auch ohne einen sind wir völlig vorbereitet.

SPIEGEL: Seit dem Krieg der USA in Afghanistan und der Entlarvung Pakistans als Unterschlupfort für Terroristen gilt Indien als der verlässlichere Partner auf dem Subkontinent. Warum setzen Sie mit dem Wettrüsten Ihr gutes Image aufs Spiel?

Fernandes: Das Ganze ist einzig und allein unsere Angelegenheit. Verraten uns etwa andere Länder, über wie viele Raketen sie verfügen und wie sie angewendet werden sollen? Ausgerechnet die Staaten, die selbst bis zu den Ohren bewaffnet sind, wie einige westliche Staaten, wollen uns gute Ratschläge geben. Das können und werden wir nicht akzeptieren.

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