Wolfgang Gehrcke,
53, stellvertretender Vorsitzender der PDS, will den in Saarbrücken einsitzenden Rainer Rupp aus dem Gefängnis holen. Rupp, alias »Topas«, war Top-Spion des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR im Nato-Hauptquartier. Im Sommer 1993 wurde er verhaftet, ein Jahr später vom Düsseldorfer Oberlandesgericht wegen Landesverrats zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Gehrcke hat inzwischen mehr als 200 Briefe an Prominente und Politiker geschrieben. Darin bittet er, ein Gnadengesuch des Landesverräters zu unterstützen, das »Topas« bei Bundespräsident Roman Herzog gestellt hat. Rupp habe, wirbt Gehrcke um Verständnis, selbst nach Ansicht des Gerichts »nicht des Geldes wegen« spioniert. »Ich verwende mich für Rainer Rupp aus rein humanitären Gründen, auch wenn das für die Propaganda der PDS nicht gut ist«, sagt PDS-Vize Gehrcke, der auch Rupps Parteibeitrag für die Zeit der Inhaftierung zahlt: »Wenn es die DDR noch gäbe, wäre er schon längst ausgetauscht.«