Wowis Patzer - DER SPIEGEL
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HAUPTSTADT Wowis Patzer

• aus DER SPIEGEL 4/2002
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Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird intern die verpatzte Wahl des SPD-PDS-Senats am vergangenen Donnerstag angelastet, bei der SPD-Landeschef Peter Strieder im ersten Wahlgang durchfiel. »An dem wurde die Wut abgelassen, die über Wowereit herrscht«, so ein einflussreicher SPD-Mann. Der Regierende habe bei seinen eigenen Leuten nicht genügend um Unterstützung für die Koalition geworben. Tatsächlich fehlte Wowereit in der gemeinsamen Sitzung von Fraktion und Landesvorstand, als dort der Koalitionsvertrag abgesegnet wurde. Zudem wächst unter den Genossen der Unmut über »Wowis« laxe Amtsauffassung. Am Dienstag vergangener Woche war er verspätet von einem Paris-Abstecher nach Berlin zurückgekehrt, so dass er auch nicht zur letzten Sitzung des rot-grünen Übergangssenats erscheinen konnte. Während die SPD-Genossen noch rätselten, wer das wichtige Finanzressort in Berlin übernehmen werde, weilte ihr Vormann auf einer Bürgermeisterkonferenz (Thema »Der Euro, die Bürger und das europäische Projekt"), bei der er mal in der Edel-Brasserie »Bofinger«, mal im Feinschmecker-Tempel »La Tour d'Argent« (zwei Michelin-Sterne) speiste. Seinen Paris-Trip, der gegen den Rat einflussreicher Mitarbeiter der Senatskanzlei erfolgte, ließ sich Wowereit auch nicht mit lästigen Terminen verplanen. Vorschläge für Einzelgespräche mit französischen Wirtschaftskapitänen lehnte der »erste Akquisiteur Berlins« (Wowereit über Wowereit) ab. Führende Berliner SPD-Politiker wollen den Bürgermeister demnächst zu einer »penibleren Amtsführung« anhalten.

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