Wuppertal: Oberbürgermeisterin Miriam Scherff macht Hassnachrichten öffentlich - DER SPIEGEL
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Anfeindungen gegen Politikerinnen Oberbürgermeisterin machte Hassnachrichten öffentlich – Stadtspitze solidarisiert sich

SPD-Politikerin Miriam Scherff machte kürzlich Hassnachrichten gegen sie öffentlich, selbst ihre kleine Tochter wurde auf schlimmste Weise bedroht. Nun stellen sich Führungskräfte der Stadt Wuppertal hinter die OB.
Miriam Scherff, SPD-Oberbürgermeisterin in Wuppertal
Miriam Scherff, SPD-Oberbürgermeisterin in Wuppertal

Miriam Scherff, SPD-Oberbürgermeisterin in Wuppertal

Foto: Christoph Reichwein / dpa

Nachdem sie Hassnachrichten und sexuelle Gewaltdrohungen öffentlich gemacht hatte, stellen sich Führungskräfte der Stadt Wuppertal nun mit einem offenen Brief  hinter Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD). Sie sprechen sich für eine »Null-Toleranz-Haltung gegen Angriffe und Beleidigungen jeglicher Art« aus. Der Brief ist eine Initiative von Vorständen und Leitungen in der Stadtverwaltung sowie städtischen Betrieben.

Scherff hatte vor eineinhalb Wochen auf Facebook und Instagram von sexualisierten Beleidigungen im Netz berichtet und Screenshots der Posts gezeigt. Die Politikerin erzählte außerdem, dass jemand ihrer kleinen Tochter eine Vergewaltigung wünsche. In einem Posting stellte sie klar, warum sie jetzt an die Öffentlichkeit geht: »Nicht weil ich Mitleid möchte, sondern weil wir über etwas sprechen müssen«, so Scherff. Natürlich gehöre Kritik zur Demokratie. »Das halte ich aus. Aber Hass ist keine Meinung. Frauenfeindlichkeit ist keine Meinung. Und Gewaltfantasien gegenüber kleinen Kindern sind erst Recht keine Meinung.«

Anfeindungen, Beleidigungen und Übergriffe auf Kommunalpolitiker und -politikerinnen sind kein Einzelfall. »Wir alle wissen um abwertende und sexistische Kommentare gegenüber Frauen, doch die aktuelle Steigerung durch extreme Herabwürdigungen, Beleidigungen und Gewaltandrohungen bis zur Bedrohung der Familie haben eine neue, für uns absolut nicht akzeptable Dimension erreicht«, heißt es in der Wuppertaler Stadtspitze. Der Versuch, Frauen so aus Führungspositionen herausdrängen und einschüchtern zu wollen, werde nicht funktionieren.

atr/dpa

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