Zirkus
Manövergefechte lieferten sich auf dem tschechischen Schießplatz Malatzka (am Abhang der Kleinen Karpathen) in Korea erbeutete Centurion-Panzer, englische 17 pdr Pak, amerikanische 105er Haubitzen, V 2 für den Feldgebrauch, russische ZIS-Geländeomnibusse, Tatra-Kübelwagen, 130 mm Stalinorgeln, schwere sowjetische 280 mm Mot.-Haubitzen, sowjetische 192 mm Minenwerfer für Hand- oder Hundezug (in Uraufführung), französische Maschinengewehre, deutsche Weltkrieg-II-Pak usw. usw. Zeugen dieses Weltkrieg-III-Orakels waren 700 bis 800 Ingenieure, Waffenfachleute und Offiziere des Ostblocks, darunter Prominenz wie Marschall Koniev, Moskaus militärischer Oberkommissar in Prag. Da gültige Test-Vergleiche zwischen eigenen und Beute-Waffen bei solchen Zirkusvorstellungen nicht herauskommen, für die Malatzka-Revue jedoch erhebliche Mittel aufgewandt worden waren, bezweckten Moskau und die im Ostblock führenden Prager Waffentechniker wahrscheinlich,
* vor den Satelliten-Offizieren und Konstrukteuren mit ihren Errungenschaften Eindruck zu schinden;
* zu demonstrieren, wie genau die Typenkenntnisse über die Waffen des Westens sind (es wurden u. a. automatische französische Gewehre vorgeführt, die eben erst in Serie gehen - bei 40 bis 50 Kommunisten in den Fabriken kein Wunder). +
In Brünn wurde vom 21. März bis zum 5. April eine waffentechnische Ausstellung
veranstaltet, die in Modellen und Zeichnungen so gut wie alles enthielt, was die USA, England, Frankreich und auch andere Militärmächte besitzen bzw. planen. Die Ausstellung, in der Technischen Hochschule, war nur einer kleinen Zahl streng ausgewählter Besucher zugänglich.