Zittern
Vier vom »jet-jittern«, der geheimnisvollpanischen Angst vor dem Steuern von Düsenflugzeugen befallene dänische Offiziere mußten degradiert werden. (Vergl. auch SPIEGEL Nr. 19/52, »Zittern in der Luft«.) Sie waren soeben aus den USA von der Düsenflugausbildung zurückgekehrt und weigerten sich nun, in Dänemark Düsenflugzeuge zu fliegen. Auch in Norwegen, Holland und Belgien wird wegen »jet-jitterns« degradiert, suspendiert, relegiert. Das atlantische Hauptquartier sieht sich einem wachsenden passiven Widerstand der Piloten gegenüber und mußte ein Sonderkomitee unter Luftmarschall Saunders gründen. Um Kriegsgerichtsverfahren wegen »jet-jitterns« zu entgehen, meldeten sich krank:
* 22 Prozent aller Düsenpiloten der zweiten amerikanischen Luftdivision,
* zwischen 16 und 18 Prozent der britischen Düsenpiloten,
* 14 Prozent der belgischen,
* 15 Prozent der dänischen,
* 21 Prozent der holländischen Düsenpiloten.
* Dagegen verzeichnet Italien mit drei Prozent einen normalen und
* die Türkei so gut wie überhaupt keinen Krankenbestand. +
Gegen das »jet-jittern« wurden aus Offizierskreisen empfohlen: mehr Gehalt, bessere Erholungsmöglichkeiten, häufigerer Urlaub, raschere Beförderung, Flugstundenprämien und mehr Orden für Düsenpiloten.