Zucker ist die größte Droge
Nr. 51/2000, Titel: Süße Sucht - Deutschlands überfütterte Kinder
Ihre jüngste Titelgeschichte bestätigt meine Erfahrungen in erschreckender Weise. Bei einem Wandertag der ersten Grundschulklasse meines Sohnes, den ich begleitete, waren viele der Sechs- und Siebenjährigen nicht in der Lage, die einfache Strecke von drei Kilometern ohne Seitenstechen zurückzulegen. Gummibärchen und Chips hatten Oberhand in den Vesperrucksäcken, manche Kindermünder waren schwarz von mit Karies befallenen Zähnen.
BAD WIMPFEN (BAD.-WÜRTT.) MARIA T. HEITLINGER
Wenn mittlerweile mehr als zwei Millionen Kids in Deutschland sich mit steigender Tendenz bis hin zu latenten Körperschäden via Fast Food und Fast Drinks mästen, um früher oder später in Reha-Kliniken mit wenig Chancen auf Erfolg therapiert zu werden, dann stellt sich die Frage: Wer zahlt das? Es kann doch nicht sein, dass der solidarisch verpflichtete Beitragszahler nun auch noch diese offensichtlich jeder Eigenverantwortlichkeit sich verweigernde Völlerei mitfinanzieren muss.
NEUSTADT (RHLD.-PFALZ) PETER MEININGER
Bei aller soziokultureller und biologischer Ursachenforschung, die Wahrheit ist so einfach: 90 Prozent aller Krankheiten kommen durch schlechte Ernährung, negative Gedanken und zu wenig Bewegung.
HAMBURG TOM KRAUSE
Ich glaube nicht, dass Frau Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund bei ihrer Empfehlung für Milch mit einem Fettgehalt von 1,5 Prozent bedacht hat, dass mit einer Fettreduzierung automatisch auch der Gehalt aller wichtigen fettlöslichen Vitamine reduziert wird. Übrigens hat dieses Forschungsinstitut Empfehlungen zur Säuglingsernährung herausgegeben, nach denen Säuglingen bereits ab dem fünften Monat sechsmal pro Woche Fleisch gefüttert werden soll. Ist das bereits der Einstieg in die Überflussgesellschaft, in der einem übertriebenen Fleischkonsum nur mit Massentierhaltung und den damit einhergehenden Folgen wie zum Beispiel BSE begegnet werden kann? Gutes Gedeihen!
MÜNSTER (NRDRH.-WESTF.) HEIKE CHRIST
Dass Kinder dick werden, mag an McDonald's und am Fernsehen liegen. Dass Erwachsene dick bleiben, liegt aber vielleicht ebenso an der internistisch geprägten Medizin hier zu Lande. Folgt man der, muss der erhöhte Blutfettspiegel nicht durch Bewegung, sondern durch Cholesterinsenker bekämpft werden - und durch Xenical, natürlich. Dicke Typ-II-Diabetiker bekommen Insulin, auch wenn sie gar nicht insulinpflichtig sind. Jeder Arzt, der etwas anderes tut, bewegt sich außerhalb internistischer Richtlinien. Nicht das Übergewicht führt zum Schlaganfall, sondern der Bluthochdruck, den man selbstredend mit ACE-Hemmern und Betablockern einstellt. In so manchem Leichenschau-Schein steht konsequenterweise sinngemäß: »Tod durch Herzinfarkt bei bekannter Hypercholesterinämie, Bluthochdruck und Diabetes«. Eigentlich sollte darin stehen: »Zwanzig Jahre lang zu viel gegessen, zwanzig Jahre lang zu wenig bewegt und dann auch noch einem orthodoxen Pharmako-Internisten in die Hände gefallen!«
BAD PETERSTAL (BAD.-WÜRTT.) DR. KARLHEINZ BAYER
Mit manchen Formulierungen soll wohl die Annahme untermauert werden, dass doppelverdienende Eltern einen Beitrag zur schlechten Esskultur und zur Übergewichtigkeit der deutschen Bevölkerung leisten. Die Mehrheit der französischen Frauen ist berufstätig aus Bedarf und der Überzeugung, dass beide Partner für das finanzielle Aufkommen der Familie verantwortlich sind. Keine Spur von Selbstverwirklichungssucht oder Karrieregeilheit. Dabei gibt es in Frankreich nur halb so viel Dicke wie in Westdeutschland.
GOSLAR CHRISTELLE SÜRIG
Viel zu wenig wird herausgehoben, dass Zucker die größte Droge überhaupt darstellt. Er ist für zahllose Krankheiten verantwortlich! Und wer denkt daran, dass Zucker im Körper fermentiert und zu Alkohol wird? Fragt sich denn keiner, warum wir extrem viele aggressive Kinder haben?
MÜNCHEN BEATE GATERMANN
Die Autoren des Buches »Zucker-Knacker« vertreten die Theorie, dass eine Gewichtsreduktion bei hohem Insulinspiegel nicht möglich ist, da das antagonistische Hormon Glukagon, welches Fett aus den Zellen entfernen kann, dann nicht wirksam werden kann. Dies ist eine arg verkürzte Version des Buchinhaltes, aber bei einer Diät, die völlig auf Zucker und auf diejenigen Kohlenhydrate verzichtet, welche den Insulinspiegel stark erhöhen, kommt es ohne Hunger zur Gewichtabnahme. So konnte ich innerhalb zweier Monate meinen BMI von 27,4 auf 25,1 senken.
FREILASSING (BAYERN) DR. RUDOLF MOOSLEITNER