SCHWEIZ Zum Abschuss frei
Als wahre Alpenfestung präsentiert sich derzeit Davos, das Wintersportzentrum in Graubünden. Anlass dafür ist die 33. Tagung des privat organisierten World Economic Forum (WEF), das dort von Donnerstag an stattfindet - mit einem großen Aufgebot von Wirtschaftsführern, Ökonomen und Politikern. Um möglichen Terroranschlägen vorzubeugen, sichern die eidgenössischen Behörden Davos und die illustre Gesellschaft wie nie zuvor: So hat die Regierung in Bern beschlossen, Flugzeuge, die sich nicht zu erkennen geben, zum Abschuss durch Jagdmaschinen freizugeben. Am Boden stehen Experten für chemische und biologische Kampfmittel bereit, um einen Giftgasangriff abzuwehren. Dabei hat die WEF-Tagung erkennbar an Glanz eingebüßt: Große Bankette wurden abgesagt, und weniger Staatschefs als früher sind geladen - unter ihnen als Neuling der brasilianische Präsident Luiz Inácio da Silva. Am Samstag wird US-Außenminister Colin Powell erwartet - während zugleich Globalisierungsgegner gegen die »Weltwirtschaftsunordnung« und einen Irak-Krieg demonstrieren. Kritik an der Tagung wird in der Alpenrepublik auch noch aus anderen Gründen vorgetragen: Die Sicherheitsmaßnahmen sind vielen Schweizern schlicht zu teuer.