Zwang
Die dritte Demontagewelle droht, den industriellen Maschinenpark der französischen Zone bis auf 40 Prozent des 1936-Standes nach Westen wegzuspülen. Vor allem die südwürttembergische Uhrenindustrie trifft der neue Demontageschlag. Die wichtigsten Werke sollen zu 50 oder 100 Prozent abgebaut werden. Die britische Fachzeitschrift »Jeweller and Metalworker« schreibt dazu, es sei nach dreijährigen Bemühungen gelungen, die deutsche Uhrenindustrie durch Verhandlungen zu zwingen, sich unter der Kapazität von 72 Prozent des Jahres 1936 (die ursprünglich vom Kontrollrat festgesetzt wurde) zu halten. Arbeiterschaft und Regierungen der »zone française« recken kampflustig die militärregierten Häupter. Die Gewerkschaften drohen mit einem General-Sitzstreik. Das Kabinett von Südwürttemberg-Hohenzollern kündigte seinen Rücktritt an, falls der Demontagebefehl nicht zurückgezogen würde. Frankreichs Besatzungs-Koenig bat seine Länderchefs zu einer Beruhigungsaudienz.