KRIMINALFÄLLE Zweifelhafte Rolle
In dem mysteriösen Mordfall um den Schauspieler Günther Kaufmann, 56, haben Fahnder Zweifel, ob der Prominente so komplett unschuldig ist, wie Medienberichte in der vergangenen Woche suggerierten. Kaufmann sitzt seit zweieinhalb Jahren in Haft. Er hatte vor dem Landgericht München gestanden, den Steuerberater Hartmut Hagen im Streit versehentlich getötet zu haben, nachdem seine Ehefrau Alexandra den Mann um mehr als 400 000 Euro betrogen hatte. Kaufmann wollte Hagen angeblich zum Verzicht auf Forderungen zwingen. Für das »faire Urteil« - 15 Jahre Haft wegen versuchter räuberischer Erpressung mit Todesfolge - hatte sich der Mime sogar beim Gericht bedankt. Das Geständnis ist nun zwar widerlegt: Drei Kriminelle gestanden, Hagen überfallen, gefesselt und Beute - Bilder, Uhren und Münzen - zum Abtransport bereitgestellt zu haben. Zwei davon erklärten, Hagen sei tot gewesen, als sie den Tatort verlassen hätten. Aber das heiße nun nicht, so Ermittler, dass der Filmstar mit dem Fall gar nichts zu tun habe. Der Münchner Mordfahnder Joseph Wilfling: »Wir werden die Wahrheit herausbekommen.« Viele Indizien weisen auf eine zweifelhafte Rolle Kaufmanns im Umfeld der Tat. So war er am Betrug seiner Frau beteiligt und »zeitnah« am Tatort. Auch soll er sich zuvor um Absatzmöglichkeiten für Beutegut gekümmert haben; in der Tatnacht telefonierte er 35-mal mit seiner - später verstorbenen - Frau. Vergangenen Freitag haben beide Verteidiger Kaufmanns ihr Mandat niedergelegt, da das Vertrauensverhältnis gestört sei. Zwei andere Anwälte sollen den Schauspieler nun vertreten.