Zweite Wahl gesucht - DER SPIEGEL
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POSTEN Zweite Wahl gesucht

• aus DER SPIEGEL 7/1997
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Im Bundesfinanzministerium fahndet die Personalabteilung nach Führungskräften. Mehrere Referatsleiter der Steuerabteilung wurden gefragt, ob sie sich zutrauten, Unterabteilungsleiter zu werden. Wer sich berufen fühlt, wird dienstlich beurteilt, hat aber trotzdem kaum Aussicht auf den Posten. Gesucht werden nämlich Bewerber für ein eigentlich längst vergebenes Amt. Im Mai 1996 versuchte Theo Waigel, eine vakante Ministerialdirigentenposition (Grundgehalt: 11 063 Mark) mit einem Beamten zu besetzen, der nur geringe Erfahrungen in der Steueradministration hat. Das provozierte den dienstältesten Referatsleiter der Abteilung, Gerhard Juchum, zu einer Konkurrentenklage. Juchum hielt sich für geeignet - und gewann in erster Instanz. Das Verwaltungsgericht Köln klärte Waigel auf, seine freihändige Beförderungspraxis genüge nicht dem gesetzlichen Prinzip einer »nachvollziehbaren Bestenauslese«. Der Minister ging in die zweite Instanz und holt jetzt Versäumtes nach: eine Begründung, warum sein Kandidat allen anderen in ebendiesem Amt überlegen sei.

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