ZWEITES PROGRAMM
... berichten Sie, daß der Schriftsteller Friedrich Sieburg klagt, über Heinrich Heine erschienen nur selten Untersuchungen. Friedrich Sieburg, heutiger Heine-Befürworter und fashionabler FAZ-Leitartikler, äußerte sich 1942 in dem nazistischen Pariser Blatt »Candide« zum gleichen Thema wie folgt: »Das ist ein Jude, und weil er nicht verwurzelt ist, ist er übersetzbar. Er schuf in den Köpfen der Franzosen eine irrige, unzulängliche und oberflächliche Vorstellung von der deutschen Dichtung ...«
Düsseldorf HEINZ ABOSCH
Daß Heinrich Heine den meisten der befragten schwäbischen Oberschüler unbekannt war, wundert mich nicht. Die Abneigung scheint beiderseitig gewesen zu sein. In der »Nachlese« seiner Gedichte findet sich ein Poem, betitelt »Testament":
Ein getreues Abbild von meinem Steiß
Vermach ich der schwäbischen Schule:
[ich weiß
Ihr wollt mein Gesicht nicht haben,
Nun könnt ihr am Gegenteil euch laben.
Geisenheim (Rheingau) N. STEINBERG