Zwischen Pop und Dr. Mabuse - DER SPIEGEL
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Briefe

Zwischen Pop und Dr. Mabuse
• aus DER SPIEGEL 28/2000
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Zwischen Pop und Dr. Mabuse

Nr. 26/2000, Titel: Die zweite Schöpfung

Mais und Mensch mögen zwei Arten von Lebewesen sein. Bisher hat der Mensch den Mais aufgegessen. Ich hoffe, dass die Gentechnik diese Richtung nicht umdrehen kann.

BAD PETERSTAL (BAD.-WÜRTT.) DR. KARLHEINZ BAYER

Vielen Dank für den Artikel, ich finde ihn ausführlich und verständlich. Jeder müsste jetzt verstanden haben, was da auf uns zukommt. Mir fehlt allerdings die Beleuchtung der Rolle von nationalen Parlamenten sowie internationalen Führungen (UN oder EU), die allesamt zu diesem Thema im Tiefschlaf zu liegen scheinen. Wenn sie dereinst erwachen, werden sie die Menschenrechte neu schreiben dürfen.

ENNEPETAL (NRDRH.-WESTF.) BETTINA KUHNERT

Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts und ihre Folgen sind mit keiner anderen wissenschaftlichen Leistung bis heute vergleichbar. Der Mensch versucht sich an seiner eigenen Schöpfung.

OSNABRÜCK DR. DR. WOLFGANG ERBE

In Ihrem Artikel erscheint die Gentechnologie schon fast als Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten. Leider kommt nicht explizit zum Ausdruck, dass die Gentechnologie nur bei genetisch bedingten Krankheiten, wie Chorea Huntington oder Mukoviszidose, Therapieaussichten bietet. Tuberkulose, Grippe oder Aids wird es auch weiterhin geben, da diese von außen über Bakterien beziehungsweise Viren in den Körper gelangen. Eine Ausrottung dieser Krankheiten wird es niemals geben, da sich mit immer besseren Medikamenten auch immer resistentere Bakterien und Viren entwickeln.

PADERBORN DAMIAN WOLTER

Um die Relativität der »Gen-Eschatologie« zu erfassen, hätte der Autor des Beitrags nur ein paar Seiten weiter blättern müssen. Dort wurde die Vorstellung der Jahrhundertwende, man könne mit Heroin von der »Nymphomanie« bis zum Asthma alles heilen, weise belächelt. Umso mehr erschrecken Prophezeiungen mancher ,,Gen-Experten«, deren Selbstinszenierung irgendwo zwischen Pop und Dr. Mabuse, meistens aber abseits aller Seriosität angesiedelt ist. Die Medizin darf eben nicht mit einer »Ästhetik des Vor-Scheins« operieren, sondern muss sich am Status quo orientieren, da sie mit den Hoffnungen von Millionen Patienten spielt, die sie (noch?) nicht erfüllen kann.

LONDON DR. KAI-MICHAEL BEEH

Da die Fortschritte der Gentechnik und im Pharmabereich unter anderem zu einer erfolgreichen Behandlung lebensgefährlicher Erkrankungen führen, resultiert hieraus logischerweise ein progressiver Vergreisungseffekt, jedenfalls so lange, bis der bereits im Mittelalter zu Papier gebrachte Jungbrunnen im Genom wieder entdeckt und für die Menschen nutzbar gemacht wird.

WOLFENBÜTTEL HERMANN HÖLTJE

Entscheidende Eingriffe in die Natur haben zum Teil bedrohliche Folgen. Dringend gesucht: Politiker, die uns - dem Volk - ihr Ohr zuwenden und bestehende Unterlassung bezüglich Schutz gemäß der Grund- und Menschenrechte zügig beheben, indem sie die gebotene Rechtssicherheit herstellen, wo diese fehlt.

WACHTBERG-PECH (NRDRH.-WESTF.) MARLIES GRÄFIN ZU MÜNSTER

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