Chinesischer Hochgeschwindigkeitszug: Schnell wie ein Schwert
500 km/h auf Schienen China stellt neuen Hochgeschwindigkeitszug vor
Peking - Premiere in der Shandong-Provinz: Chinas staatlicher Zughersteller CSR hat am Montag seinen neuen Hochgeschwindigkeitszug vorgestellt. Bis zu 500 km/h schnell soll das Hightech-Gefährt sein. Laut chinesischen Medien ähnelt sein Design einem traditionellen chinesischen Schwert.
Den Angaben zufolge besteht der Rumpf des Zugs aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff mit einer Magnesium-Legierung - das Material soll besonders leicht sein und damit größere Geschwindigkeiten ermöglichen. Der Hersteller teilte nicht mit, wann der Zug erstmals in Dienst gestellt werden soll.
Vorherige chinesische Hochgeschwindigkeitszüge wurden in Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen gebaut, bei dem neuen Modell soll es sich dagegen erstmals um eine komplette chinesische Eigenproduktion handeln.
Strafen für Dutzende Mitarbeiter nach Unglück
Im Juli hatte ein schwerer Unfall für scharfe Kritik an den Bahnbetreibern gesorgt. Bei einer Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge waren mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen und mehr als hundert verletzt worden. Seitdem wird das Tempo der schnellsten Züge des Landes gedrosselt - normalerweise erreichen sie im Linienverkehr Geschwindigkeiten um 300 km/h.
Am Mittwoch teilte die Regierung mit, dass 54 Bahn-Mitarbeiter wegen des Unfalls nun bestraft werden sollen, unter ihnen der vom Dienst suspendierte Bahnminister Liu Zhijun und sein Chefingenieur. Laut dem Untersuchungsbericht sollen Konzeptionsfehler im Kontrollsystem der Züge, mangelnde Sicherheitskontrollen und ein schwaches Notfallmanagement für die Katastrophe verantwortlich gewesen sein.
Das Unglück war nach einer Serie von Pannen ein schwerer Schlag für den ehrgeizigen Ausbau des Schnellzugnetzes in China. Noch einen Monat zuvor hatte Regierungschef Wen Jiabao offiziell die umgerechnet 23 Milliarden Euro teure Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Peking und Shanghai eröffnet. Erste Ermittlungen zu den Unglücksursachen zogen bereits die Sicherheit des Hochgeschwindigkeitsnetzes in Zweifel. Nach heftigen öffentlichen Protesten versprach die Regierung eine "transparente" Untersuchung.
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