Abgehauen: Zehnjähriger fährt heimlich nach Oslo - DER SPIEGEL
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Abgehauen Zehnjähriger fährt heimlich nach Oslo

Von zu Hause abhauen und per Schiff in die Welt reisen: Der zehnjährige Fabian aus Kiel hat sich diesen Wunsch erfüllt. Als blinder Passagier ging er an Bord einer Fähre nach Oslo - und wurde erst auf der Rückfahrt entdeckt.
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Kiel/Oslo - Der Schwindel flog während der nächtlichen Fahrt durch diec Ostsee von der norwegischen Hauptstadt nach Kiel auf: Besatzungsmitglieder der Luxusfähre "Color Fantasy" entdeckten Fabian schlafend in einem Gang. "Da musste der Junge kleinlaut zugeben, von zu Hause fortgelaufen zu sein", sagte der Polizeisprecher. Der Kapitän der "Color Fantasy", Erling Hansen, rief daraufhin Fabians Mutter in Kiel an und informierte sie und die örtliche Polizei über den ungewöhnlichen Aufenthalt des Schülers.

Der Zehnjährige war nach Angaben der Polizei bereits am Mittwoch als vermisst gemeldet worden. Offensichtlich war es ihm gelungen am selben Tag während des Gedränges beim Einchecken an Bord der Luxusfähre zu gelangen. Schon auf der Fahrt nach Oslo hatten Besatzungsmitglieder den Jungen nach Angaben von Color- Line-Sprecher Jan-Hendrik Köhler mehrfach angesprochen. Der Schüler habe jedoch immer schlüssige Antworten gegeben und erklärt, seine Eltern seien gerade im Speisesaal oder schauten sich eine Show an.

Nachdem Fabian als blinder Passagier enttarnt worden war, konnte seine Mutter ihn am Freitagmorgen an der Fähre wieder in Empfang nehmen. Und sie hatte fast Grund zur Dankbarkeit. Der Kapitän zeigte sich nämlich äußerst großmütig. Nachdem er erfahren hatte, dass der Junge ein großer Fan der Luxusfähre ist, lud er Fabian und seine Familie zu einer Fahrt mit der "Color Fantasy" nach Oslo ein.

fok/dpa