Alternativer Nahverkehr: Rikscha, bitte! - DER SPIEGEL
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Alternativer Nahverkehr Rikscha, bitte!

Kaum hat der Frühling begonnen, rollen die Fahrrad-Taxifahrer ihre Dreiräder aus dem Winterquartier und sind bereit für Kunden mit Zeit. In Berlin gehören die umweltfreundlichen Nahverkehrsmittel schon zum Straßenbild, in Dresden starten sie ins zweite Jahr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

An der S-Bahn-Haltestelle Hackescher Markt bietet sich den Touristen ein für die deutsche Hauptstadt nicht ungewöhnlicher Anblick: Am Straßenrand winken Passanten mit einem lockeren "Rikscha, bitte!" eines der wartenden Fahrrad-Taxen heran, um sich dann gemütlich in eine der Kneipen in der Nähe kutschieren zu lassen. Seit 1997 ist die asiatische Transportidee in Berlin umgesetzt: Individuell wie Taxen und preiswert wie Busse stellen die ungewöhnlichen Gefährte eine gute Alternative zu den Verkehrsstaus in der Innenstadt dar. Im Gegensatz zu ihren asiatischen Vorfahren sind heute viele aus Polyethylen gefertigt, schützen die Passagiere auch bei schlechtem Wetter mit einem festen Dach und nennen sich Velotaxi.

Im vergangenen Herbst starteten die umweltfreundlichen Flitzer erstmals in Dresden und erobern nach der Winterpause dieser Tage wieder die Straßen. Zwölf Hightech-Dreiräder werden täglich an zentralen Stellen wie Semperoper und Zwinger auf ihre Fahrgäste warten. Wenn das Angebot bei Touristen und Einwohnern gut ankommt, soll die Fahrradflotte des Dresdner Mietwagenruf "8 x 8" sogar auf 30 Rikschas anwachsen. Die Routen werden individuell vereinbart. Wer Velotaxi fahren möchte, kann unter der Rufnummer 88888888 ein Fahrzeug bestellen oder einfach winken, wenn ein Flitzer durch die Altstadt fährt. Der erste Kilometer kostet pro Fahrgast 2,50 Euro, jeder weitere ein Euro. Kinder zahlen die Hälfte. Man kann auch eine kleine Stadtrundfahrt für 7,50 Euro buchen oder sich einfach so durch die Gegend radeln lassen.

Der Dresdner Mietwagenruf plant noch in dieser Saison die Eröffnung einer weiteren Fahrradtaxi-Betriebes in Leipzig. Das Berliner Unternehmen Velotaxi hat seine futuristischen Fahrzeuge bereits nach Düsseldorf, Wien, Innsbruck, sogar nach Japan verkauft.

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