Bahn: Chaos im Osterverkehr - DER SPIEGEL
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Bahn Chaos im Osterverkehr

Staus, Streiks und Schauerwetter haben vielen Osterurlaubern in Europa die Vorfreude auf die Feiertage verdorben. In der Schweiz sorgte ein entgleister Fernzug am Gotthard für Chaos im Osterverkehr. In den Niederlanden wird gestreikt. Zugführer und Schaffner wehren sich dort gegen Reformen der Bahn.
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Genf/Utrecht - Der Nachtzug von Mailand nach Brüssel war kurz nach Mitternacht auf der Gotthardstrecke aus den Schienen gesprungen. Die rund 140 Reisenden und das Zugspersonal blieben unverletzt, wie die Schweizer Bahn (SBB) mitteilte. Zwei Fahrgäste erlitten jedoch einen Schock.

Fünf der sieben Wagen entgleisten

Nach Angaben eines Bahnsprechers entgleiste der aus Chiasso in Richtung Gotthardtunnel fahrende Zug bei der Einfahrt in den Bahnhof von Rodi-Fiesso in der Leventina. Die hinteren fünf der insgesamt sieben Wagen sprangen im Bereich einer Weiche aus den Schienen. Sie kippten jedoch nicht um.

Vor dem Unglück habe der Nachtzug wegen eines Güterzugs im Bahnhof von Rodi-Fiesso auf ein anderes Gleis umgeleitet werden müssen. Der Zug sei deshalb auch in langsamer Fahrt unterwegs gewesen, sagte der Bahnsprecher. Genaue Angaben zur Ursache könne er noch nicht machen.

Zug-Verkehr auf der wichtigsten Nord-Süd-Achse gesperrt

Der Verkehr auf der Gotthardlinie, der wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsachse durch die Schweiz, musste in beiden Richtungen gesperrt werden. Die Bahn hatte zunächst gehofft, den Verkehr schon am frühen Vormittag wieder aufnehmen zu können. Bald war jedoch klar, dass die Streckenunterbrechung länger dauern würde.

Das Unglück fällt auf den Spitzentag des Osterreiseverkehrs. Die SBB wollten am Gründonnerstag neun Extrazüge auf der Gotthardachse einsetzen, um das große Passagieraufkommen in Richtung Süden zu bewältigen.

Streik legt Niederlande weiter lahm

Auch in den Niederlanden herrscht Chaos zur Osterreisezeit. Ein Streik von Zugführern und Schaffnern legt den Eisenbahnverkehr weiter lahm. Schnellzüge und Intercitys verkehren am Donnerstag überhaupt nicht, Personenzüge nur sporadisch. Der internationale Zugverkehr mit Personal unter internationaler Aufsicht veräuft indessen reibungslos.

Ausgenommen ist allerdings die Verbindung zwischen Amsterdam und Berlin. Auf dieser Strecke fahren Züge mit niederländischem Personal. Insbesondere auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol sind viele ausländische Besucher verärgert, weil sie nicht weiterreisen können. Ein Sprecher beziffert den Ausfall im Zugverkehr auf "sicher 80 Prozent".

Gegen ein neues Arbeitsschema

Der Streik war von einer Gewerkschaft für Zugführer und Schaffner (VVMC) ausgerufen worden. Er soll einen Tag dauern. In der vorigen Woche hatten Mitglieder der Gewerkschaft FNV Bondgenoten den Bahnverkehr für zwei Tage weitgehend stillgelegt.

In dem Konflikt der Gewerkschaften mit der Bahnverwaltung geht es um ein neues Arbeitsschema, das die Bahn zum 10. Juni einführen will. Die Pläne zielen unter anderem auf eine veränderte Organisation des Personaleinsatzes ab und sollen regelmäßigen Verspätungen begegnen.