Bahn McTicket-Aktion läuft schleppend
Berlin - Die jüngste Ticketaktion der Deutschen Bahn verläuft wesentlich schleppender als ein ähnliches Angebot mit dem Lebensmittel-Discounter Lidl im vergangenen Mai. Eine Woche nach Beginn des Fahrscheinverkaufs in tausend Schnellimbiss-Filialen war noch eine "große Menge" von Ticketheften vorrätig, wie der für den Personenverkehr zuständige Bahn-Sprecher Achim Stauß am Montag auf Anfrage mitteilte. Genaue Zahlen wollte er nicht nennen, er sprach aber von einem "sechsstelligen Bereich".
Seit vergangenem Montag können Verbraucher in tausend Schnellimbiss-Filialen an der Kasse Fahrscheinhefte für 99 Euro kaufen. Sie gelten für vier einfache Fahrten zweiter Klasse in Deutschland und sind bis einschließlich 1. Juni gültig. Ausgenommen sind die Hauptreisetage Freitag und Sonntag. Insgesamt will die Bahn so eine Million Tickethefte verkaufen. Bei der vergleichbaren Aktion mit Lidl waren sämtliche 550.000 Hefte mit je zwei Fahrscheinen schon innerhalb von Stunden ausverkauft.
Nach den Worten des Sprechers ist die jetzige Aktion "auf keinen Fall ein Misserfolg". Vielmehr sei die Bahn "ganz froh, dass es noch eine Menge Karten gibt". Der Run auf die Tickets bei Lidl hatte Gerichte und Verbraucherschützer wegen irreführender Werbung auf den Plan gerufen, denn die Aktion war auf zehn Tage angesetzt. Der Discounter musste sich verpflichten, seine Kunden künftig besser zu informieren. Bei der jetzigen Aktion könne niemand mehr von einem "Lockvogel-Angebot" sprechen, sagte Stauß.
abl/AFP