Bahn: Neues Tarifsystem rollt an - DER SPIEGEL
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Bahn Neues Tarifsystem rollt an

Für Familien und Frühbucher wird Bahnfahren bald günstiger. Eine entsprechende Reform des Preissystems der Bahn wird noch diese Woche abgesegnet. Die Pläne sind umstritten.
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Bei der Reform des Preissystems muss Bahnchef Mehdorn allerdings mit Widerständen rechnen: Unter anderem will Europas größter Verkehrskonzern den 50-Prozent-Rabatt für Bahncard-Inhaber zusammenstreichen. Dafür sollen Frühbucher mit kräftigen Preisnachlässen auf die Schiene gelockt werden. Diese Vergünstigungen wird es aber nur im Fernverkehr geben.

Das lang erwartete neue Tarifsystem soll im Herbst 2002 für Transparenz beim Fahrkartenkauf sorgen. Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn wollen das neue Preismodell noch diese Woche verabschieden. Ziel der Reform: Den Tarifdschungel zu lichten.

Diverse Sonderangebote stehen auf der Streichliste: So soll der Preisnachlass für Inhaber der Bahncard von 50 Prozent auf ein Viertel sinken. Dafür wird die weiße Plastikkarte dann aber für erheblich weniger Geld zu haben sein. Bisher sind zwischen 70 und 540 Mark für die Bahncard fällig.

Besonders Familien sollen bei der Tarifreform begünstigt werden. Presseberichten zufolge können Bahncardinhaber gegen eine Gebühr von unter zehn Mark eine eigene Karte für ihre Ehepartner oder Kinder ausstellen lassen. Diese Extrakarte könne dann unabhängig genutzt werden.

Sparen können Bahnkunden mit dem neuen Preissystem vor allem mit Frühbuchungen: Drei Rabattklassen - je früher desto billiger - sollen der Bahn die Planung erleichtern und Reisende auch auf weniger stark ausgelastete Züge verteilen.

Kritik am neuen Preissystem richtet sich besonders gegen die Tarife im Nahverkehr. Frühbucherrabatte räumt die Bahn nämlich erst ab rund 150 Kilometern ein. Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass vor allem ehemalige Manager der Lufthansa mit der Entwicklung des neuen Preissystem betraut waren.

Einige Bundesländer - wichtige Finanziers der Bahn - haben bereits Widerstand gegen die Pläne angemeldet. Holger Jansen, Geschäftsführer des Verbands Allianz pro Schiene, zählt auf den Einfluss der Länder. "Da ist noch eine Menge Spielraum", weiß der Verkehrsexperte. Dass das alte, hochkomplizierte Tarifsystem der Bahn durch ein neues ersetzt werden muss, dazu sieht auch Jansen keine Alternative. Karl-Peter Naumann, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, urteilt: "Insgesamt geht das System in die richtige Richtung."