Billige Tickets Deutsche Bahn warnt vor Online-Portal Bahnheld.com
Lieber am Automaten kaufen: Gegen Bahnheld.com wird ermittelt
Foto: imagoDie Deutsche Bahn warnt davor, über das Portal Bahnheld.com vermeintlich günstige Fahrscheine zu kaufen. Wer dort ein Onlineticket erwerbe, laufe Gefahr, Teil eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens zu werden, teilte der Konzern mit. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen den oder die Betreiber des Portals wegen Betrugsverdachts, wie Sprecher Martin Steltner sagte.
Es bestehe der Verdacht, dass die auf der Internetseite angebotenen Tickets mit gestohlenen Kreditkartendaten beschafft würden. Bislang sei noch nicht klar, wer genau hinter Bahnheld.com stecke, sagte Steltner. Dies sei Gegenstand der Ermittlungen. Es gehe um den Verdacht des "gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Computerbetrugs".
Das Portal wirbt damit, Bahnfahrkarten anzubieten, die bis zu 50 Prozent billiger sind als ein reguläres Ticket. Möglich sei dies, weil "eine Vielzahl von Menschen" Freifahrten über das Portal verkauften und diese "für gemeinnützige Projekte spenden". Die Erlöse von Bahnheld.com würden "komplett an Spendenorganisationen" überwiesen.
Genannt werden auf der Seite Unicef, WWF und die SOS Kinderdörfer. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sind dort aber noch nie Spenden von Bahnheld.com eingegangen. Im Impressum der Webseite ist eine Luxemburger Firma namens NextSolutions Online als Urheber angegeben, die allerdings nicht im Handelsregister steht, genausowenig wie der dort genannte Geschäftsführer Bernard Thill.
Die Deutsche Bahn wies darauf hin, dass die Onlinetickets vor dem Versand manipuliert würden "und damit bei einer Kontrolle als gefälscht erkannt werden können". Falle ein Kunde mit einer solchen Fahrkarte auf, stelle die Bahn ihm den Preis in Rechnung - letztlich bezahle der Betroffene also doppelt. Auch gäben Nutzer von Bahnheld.com beim Bezahlen persönliche Daten an die Betreiber des Portals preis, "die für weitere strafbare Handlungen genutzt werden könnten".