Bahnverkehr: Beschwerden lohnen sich - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bahnverkehr Beschwerden lohnen sich

Verspätungen, ausgefallene Klimaanlagen, schlechter Service: Wer sich über die Deutsche Bahn ärgert, sollte sich beschweren. Denn bei protestierenden Kunden entschuldigt sich das Unternehmen häufig mit Reisegutscheinen oder der Übernahme von Taxi- sowie Übernachtungskosten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf - Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen veröffentlichte jetzt eine inoffizielle "Erstattungstabelle Fernverkehr". Danach können protestierende Kunden bei einer 30-minütigen Verspätung des ICE auf einen Reisegutschein in Höhe von zehn Euro hoffen. Die Gutschrift könne sogar schon vom Zugbegleitpersonal ausgestellt werden. Bei einer 90-minütigen Verspätung habe es auch schon Reisegutscheine im Wert von 25 Euro gegeben. Für den Ausfall der Klimaanlage im Zug entschädigte die Bahn laut Verbraucherzentrale Kunden bereits mit Reisegutscheinen in Höhe von 40 Euro. Ausgefallene Toiletten im ICE hätten einem Bahnkunden die Erstattung von 402,28 Euro eingebracht.

In anderen Fällen bezahlte die Bahn Taxikosten, wenn der Kunde wegen ausgefallener Züge nur auf diese Weise ein Flugzeug erreichen konnte. Entschädigung gab es darüber hinaus für Hotelübernachtungen. Allerdings gibt es keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung, sagten die Verbraucherschützer. Die Eisenbahnverkehrsordnung schließe eine Haftung für Verspätungen, verpasste Anschlüsse oder Fehlinformationen aus. Die Verbraucherzentrale empfiehlt verärgerten Bahnkunden, bei ihren Beschwerden auf die schon geleisteten Erstattungen zu verweisen. Die Tabelle der Verbraucherzentrale könne dabei als Richtschnur dienen, sie sei aber keineswegs eine verbindliche Erstattungsordnung.