Belgische Neubaustrecke ICE 3 muss draußen bleiben
Frankfurt/Main - Mit der Ankündigung der superschnellen ICE-3-Verbindung nach Brüssel habe man einen Fehler gemacht, räumte der für Nordrhein-Westfalen zuständige Bahn-Sprecher Manfred Ziegerath in Düsseldorf am Donnerstag ein. "Das ist uns echt durch die Lappen gegangen."
Möglicherweise darf der Hochgeschwindigkeitszug ICE 3 nicht nach Brüssel fahren, obwohl die Deutsche Bahn die Schnellverbindung in ihrer Vorschau auf den Fahrplanwechsel am 15. Dezember groß angekündigt hat. Der ICE 3 hat noch keine Zulassung für eine belgische Neubaustrecke. Selbst die Benutzung der alten Strecke ist noch nicht gesichert, wie der Bahnsprecher mitteilte.
Statt in dreieinhalb Stunden von Frankfurt am Main aus die EU-Metropole zu erreichen, wird der ICE 3 im ungünstigsten Fall in Aachen stoppen. Von dort aus kann man mit belgischen Regionalexpress-Zügen weiterfahren - mit zweimaligem Umsteigen. Mit dem Fahrplanwechsel wird die bisherige Schnellzugverbindung über Aachen und Brüssel nach Ostende wird eingestellt.
Die belgische Neubaustrecke zwischen Lüttich und Löwen wird nach Angaben von Ziegerath Mitte Dezember in Betrieb genommen. Testfahrten des ICE 3 dort sollen im Frühjahr beginnen. Dabei wird geprüft, ob der Zug für die Strecke geeignet ist und beispielsweise mit den automatischen Signaleinrichtungen zurechtkommt. Solche Testfahrten mussten auch auf der deutschen Neubaustrecke von Köln nach Frankfurt absolviert werden.
Verhandlungen darüber, ob der ICE 3 wenigstens auf der alten belgischen Strecke nach Brüssel fahren darf, werden laut Ziegerath in dieser Woche fortgesetzt. Der Bedarf sei bei den internationalen Fahrplankonferenzen angemeldet worden, mit denen der Fahrplanwechsel im Dezember vorbereitet wurde. Von der Fahrtzeit her ist der Unterschied nicht allzu groß - bei Benutzung der alten belgischen Strecke dauert die Fahrt Frankfurt - Brüssel drei Stunden und 46 Minuten, bei Fahrt über die Neubaustrecke drei Stunden und 32 Minuten.