Brenner-Blockade: Urlaubern drohen kilometerlange Staus - DER SPIEGEL
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Brenner-Blockade Urlaubern drohen kilometerlange Staus

Die geplante Blockade der Brennerautobahn könnte am Wochenende den Verkehr von und nach Italien zum Erliegen bringen. Der Bundesverkehrsminister protestiert, der ADAC gibt Tipps für Ausweichrouten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Verkehrsminister Reinhardt Klimmt hat am Mittwoch in einem Brief bei der österreichischen Regierung und der EU-Kommission gegen die angekündigte Blockade der österreichischen Brennerautobahn protestiert. In seinem Schreiben wies Klimmt darauf hin, dass die Blockaden als Eingriffe in den freien Warenverkehr gegen Gemeinschaftsrecht in der EU verstoßen. An die EU appellierte er, die Regierung in Wien an die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des freien Warenverkehrs zu erinnern.

Von Freitag 10 Uhr bis Samstag 15 Uhr wird die Brennerautobahn zwischen den Ausfahrten Innsbruck/Süd und Matrei in beiden Richtungen für den gesamten Verkehr gesperrt. Grund für die Sperre ist eine Bürgerversammlung des Transitforums Austria-Tirol. Die Behörden rechneten wegen der Rückreise tausender bayerischer Autofahrer, für die an diesem Wochenende die Pfingstferien enden, mit kilometerlangen Staus. Klimmt erklärte, wegen der Totalblockade der A13, des Feiertagsfahrverbots für den 22. und des Fahrverbots für den 25. Juni werde der EU-Transitverkehr durch Österreich praktisch für vier Tage unterbrochen. Er verurteilte die offensichtliche Billigung der Totalblockade durch regionale staatliche Stellen.

Der ADAC teilte unterdessen mit, dass die Brennerbundesstraße 182 als Ausweichroute ausgewiesen sei. Nicht nur Personenwagen dürften während der Blockade die Strecke nutzen, sondern auch PKW mit Anhänger und Wohnwagen. Da aber nach kurzer Zeit mit einer Überfüllung der Route gerechnet wird, empfiehlt der Autoclub, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Als Alternative kommt etwa der Reschenpass, die Felbertauernstrecke oder die Tauernautobahn in Frage. Doch auch dort muss mit Engpässen gerechnet werden. Der Reschenpass weist viele Ortsdurchfahrten auf und die Tauernautobahn befindet sich derzeit im Bau. Weniger Behinderungen verspreche die Bahnverladung an der Tauernschleuse.

Auch wenn der Brenner am Sonntag wieder frei ist, warnt der ADAC davor, die Rückreise hinauszuzögern. Der Autoclub rechnet damit, dass viele Urlauber auf die Idee kommen könnten. Dadurch würde die Situation auch nach der Blockade nicht entspannen.