Computerpanne Lufthansa musste 60 Flüge streichen
Frankfurt/Main - Die Software-Panne sei am Mittag behoben worden, erklärte die Lufthansa. Das System laufe seit 12.30 Uhr wieder normal. Auch die Check-in-Automaten und die Bordkarten-Drucker sollten im Laufe des Nachmittags wieder funktionieren. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass der Flugverkehr dann ohne Verspätungen fortgesetzt werden kann.
Der Ausfall des Computersystems Unisys hatte am Donnerstagmorgen ab 4.30 Uhr das Check-in-System der Lufthansa lahm gelegt. Bis zum Mittag musste die Fluggesellschaft 60 Flüge im innereuropäischen Linienverkehr streichen. Davon betroffen waren nach Lufthansa-Angaben rund 6000 Passagiere. Alle anderen Fluggäste mussten Wartezeiten von mehreren Stunden in Kauf nehmen, weil sie nach dem Computerausfall an den Lufthansa-Schaltern von Hand abgefertigt wurden. Die Sicherheit des Flugverkehrs sei dadurch jedoch "zu keinem Zeitpunkt" beeinträchtigt gewesen, betonte die Lufthansa.
Weltweit kam es jedoch durch den Computer-Fehler zu Verspätungen. Langstreckenflüge musste die Lufthansa zwar nicht streichen, doch waren insgesamt 46 Fluggesellschaften direkt oder indirekt von der Computerpanne betroffen. Denn die verspäteten Lufthansa-Maschinen führten im deutschen Luftraum zu Verzögerungen bei Starts und Landungen vieler anderer Airlines.
Beeinträchtigungen gab es auch bei den Lufthansa-Partnern British Midland, Austrian Airlines, Eurowings, Lufthansa City Line, Augsburg Airlines, Air Dolomiti und der polnischen LOT sowie bei der Unternehmenstochter Lufthansa Cargo. Innerhalb Europas verzichtete das Frachtunternehmen auf die Frachtbeladung von Passagiermaschinen und setzte stattdessen Lastwagen ein. Im Interkontinentalverkehr, der von den Flugstreichungen nicht beeinträchtigt war, konnten nach Lufthansa-Angaben einzelne Sendungen in die USA sowie Gefahrgut nicht befördert werden.
Inwieweit die Lufthansa Versicherungsschutz in Anspruch nehmen kann, stand zunächst nicht fest. Auch Angaben zum Schaden machte die Fluggesellschaft nicht. Im Schnitt transportiert sie pro Tag weit mehr als 100.000 Passagiere.
Die Software-Firma Unisys äußerte am Donnerstagabend in einer kurzen ihr Erklärung Bedauern über den Systemausfall. Nach einer planmäßigen Abschaltung des Systems in der Nacht sei es wieder hochgefahren worden und rund 90 Minuten gelaufen. Dann aber habe ein Software-Problem das Check-in-System stillgelegt.