Concorde 7 Reif fürs Museum
Um 10 Uhr startete die französische Concorde vom Pariser Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle zu ihrer letzten Reise. Der Jet mit der Seriennummer 7 machte auf dem Weg nach Baden einen Abstecher über den Atlantik, um dort noch einmal die Schallmauer zu durchbrechen, und landete um 12.45 Uhr auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Baden-Airport) unter dem Jubel von rund 20.000 Schaulustigen.
Das Aus für die Concorde nach 27 Jahren Transatlantikverkehr kam im April: Sowohl die Air France als auch die British Airways entschlossen sich, ihre Überschallflotten stillzulegen. Nach dem verheerenden Absturz einer Concorde am 25. Juli 2000 bei Paris konnte die Auslastung nie wieder an frühere Zeiten anknüpfen. Aber auch die schwache Konjunktur und die unsichere Weltlage ließen die Nachfrage nach den rund 8000 Euro teuren Tickets für einen Hin- und Rückflug über den Atlantik einbrechen. Die Auslastung der 92 Sitzplätze fassenden Maschinen lag zum Schluss bei der Air France nur noch bei 20 Prozent.
Der 31. Mai war der Tag des letzten Linienflugs einer französischen Concorde von Paris nach New York. Die Air France überließ vier ausgemusterte Überschallflugzeuge Luftfahrtmuseen, eine fünfte Concorde wird auf dem Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle ausgestellt. British Airways mustert ihre Concorde erst Ende Oktober nach Ende ihres Linienbetriebes aus. Neben den Museen in Le Bourget bei Paris, Washington, Toulouse erhält einer der Jets aus der Air-France-Flotte sein neues Zuhause im Auto- und Technikmuseum Sinsheim: Für einen symbolischen Euro erwarb das Museum im Rhein-Neckar-Kreis die F-BVFB mit der Seriennummer 7. Das Flugzeug nahm am 8. April 1976 seinen Dienst bei der Air France auf. Vom 1. bis 21. September 1988 flog der Überschallflieger einmal um die Welt und legte dabei in 38 Stunden und 13 Minuten 47.572 Kilometer zurück. Insgesamt brachte diese Concorde 14.771 Flugstunden und 5473 Flüge hinter sich.
Auf dem Baden-Airport werden die Triebwerke, die Flügelspitzen und das Heckleitwerk des 62 Meter langen, mehr als 25 Meter breiten und 92 Tonnen schweren Flugzeugs für den Weitertransport abmontiert. Zwei Wochen will sich das 15-Mann-Team aus Museumsmitarbeitern und Air-France-Spezialisten Zeit lassen, um Nummer 7 verladbar zu machen. Mitte Juli soll der Jet dann auf dem Rhein Richtung Worms verschifft werden. Das letzte Stück der Reise wird er auf der Straße zurücklegen, bisher wird noch nach einer günstigen Stelle für die Verladung vom Ponton auf einen Lkw für den Schwertransport auf der Autobahn A6 gesucht. Spezialkräne werden die Concorde in Sinsheim südöstlich von Heidelberg von der Autobahn auf das Museumsgelände heben, wo sie von Technikern des Museums wieder zusammengebaut und ausstellungsfertig gemacht wird.
Die Museums-Concorde wird neben ihrer Schwestermaschine, der russischen Tupolev TU 144, auf der Museumshaupthalle auf Stelzen montiert werden und ab Ostern 2004 zu besichtigen sein. Zur Eröffnung ist eine Sonderschau geplant.