Deutsche Bahn "Einbruch der Pünktlichkeit"
München/Berlin - Das Streckennetz der Bahn sei so marode, dass ein "netzweiter Einbruch der Pünktlichkeit unmittelbar bevorsteht", berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus". Dies habe der "Lenkungskreis Qualitätsmanagement Fahrbetrieb" der Bahn AG festgestellt. Bei der Bahn war zu dem Bericht vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.
In dem internen Papier werde die Konzernspitze darüber informiert, dass ein "Wegbrechen der Infrastruktur" drohe, weil mangels finanzieller Mittel "fast täglich dringend notwendige Baumaßnahmen abgesagt" würden. Dies führe zu "gravierenden Einschnitten in Qualität und Quantität" und einer "nie da gewesenen Beeinträchtigung", heißt es. Allein im Osten könnten 90 Prozent der für dieses Jahr geplanten Baumaßnahmen nicht realisiert werden.
Im Regionalnetz stünden Streckensperrungen sowohl in den neuen Ländern als auch in Bayern und Norddeutschland bevor. Deutlich längere Fahrzeiten seien wegen des baufälligen Zustandes auf den Verbindungen zwischen Köln, Frankfurt und Mannheim; Frankfurt und Fulda; München, Nürnberg und Sachsen sowie München und Lindau zu befürchten. Im Umfeld dieser Achsen werde es dann zum "völligen Zusammenbruch" des Taktverkehrs kommen.