Deutsche Bahn: Erste ICE-Tests ohne Beanstandung - DER SPIEGEL
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Deutsche Bahn Erste ICE-Tests ohne Beanstandung

Die Deutsche Bahn gibt Entwarnung: Bislang seien bei keinem der zur Prüfung in die Werkstätten gerufenen ICEs Probleme festgestellt worden. Die Behinderungen im Bahnverkehr gehen jedoch weiter.
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Frankfurt/Main - Bis Samstagnachmittag hätten alle per Ultraschall überprüften Züge ohne Beanstandung die Werkstätten verlassen und gleich wieder eingesetzt werden können, sagte ein Bahnsprecher. Bis Sonntagabend sollen dann insgesamt 25 von 61 zu untersuchenden Zügen kontrolliert sein. Grund der bislang größten Wartungsaktion seit dem Unglück von Eschede ist ein am Mittwoch wegen eines Defekts an den Rädern entgleister Zug. Der ICE 518 war mit einem Achsbruch aus den Gleisen gesprungen, dessen Ursache noch immer unklar ist.

Am Freitagabend war es durch die Sonderprüfung zu massiven Störungen im Bahnverkehr gekommen. Die Lage hat sich laut Bahn mittlerweile etwas gebessert, doch erst am Montag rechnet das Unternehmen mit einer Normalisierung. Am Samstagnachmittag konnte die Bahn wieder mehr als 60 Prozent der ICE-Verbindungen regulär anbieten, am Montag sollen es 95 Prozent sein.

Von Zugausfällen stark betroffen war nach Angaben der Bahn auch am Samstag noch der Verkehr aus dem Ruhrgebiet über Köln und Frankfurt nach München beziehungsweise Stuttgart und Basel sowie die ICE-Verbindung von Frankfurt nach Paris. Die Strecken in Nord- und Ostdeutschland waren von den Behinderungen hingegen nicht betroffen.

Der am Mittwoch entgleiste ICE war offenbar mit einer extrem schadhaften Achse unterwegs: Das Zugpersonal zog nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die Notbremse, weil im Hauptbahnhof bereits Metallteile der kaputten Achse herausstanden und über Gleise und deren Verschraubungen schleiften, wie der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld bestätigte. Dem SPIEGEL hatte Feld gesagt, die Notbremsung sei nicht der Grund für das Entgleisen des Zuges. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit zu den Hintergründen des Unfalls.

Vor dem Unfall war der ICE mit 300 Stundenkilometern über die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurter Flughafen und Köln gerast. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob bereits hier Schäden an der Achse vorhanden waren. Die Ermittler gehen auch der Frage nach, ob das Zugpersonal nicht ausreichend auf Warnungen von Reisenden reagiert hat, die schon kurz hinter Frankfurt auf verdächtige Geräusche hingewiesen haben sollen. Erst in Köln zogen Zugbegleiter die Notbremse.

chs/AP/dpa