Deutsche Bahn: Passagiere stoppen ICE - DER SPIEGEL
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Riskante Aktion Verärgerte Bahnpassagiere stoppen ICE

Die Fahrgäste waren wütend, weil ihr Regionalzug nicht weiterfuhr - kurzerhand versuchten sie, einen ICE anzuhalten. Einziger Erfolg: Der Lokführer war so erschrocken, dass er nicht mehr weiterfahren konnte.
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Wütende Fahrgäste eines liegen gebliebenen Regionalzuges haben in Bayern einen ICE gestoppt, um ihre unterbrochene Reise fortsetzen zu können. Ihr Zug hatte wegen eines technischen Defekts am Montagnachmittag im unterfränkischen Dettingen (Landkreis Aschaffenburg) anhalten müssen, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag sagte. Rund 50 Fahrgäste mussten den Zug verlassen, der von Frankfurt am Main auf dem Weg nach Würzburg war.

Als der kaputte Zug dann plötzlich ohne sie wegfuhr, beschwerten sich einige Reisende lautstark bei einer Bahnmitarbeiterin in dem kleinen Bahnhof. Die Frau fühlte sich nach Angaben der Bundespolizei davon so bedrängt, dass sie einen Notruf absetzte.

Wenig später sollen die gestrandeten Reisenden schließlich einen ICE, der vor Dettingen warten musste und gerade weiterfahren wollte, wieder zum Stehen gebracht haben. Die Deutsche Bahn erklärte, der ICE habe anhalten müssen, weil sich Personen auf den Gleisen aufgehalten hätten. Der ICE-Lokführer habe sich nach dem Vorfall ablösen lassen, weil er sich psychisch zu stark belastet fühlte.

Zugang zu dem ICE erhielten die Gestrandeten nicht, sie konnten erst später in einem anderen Regionalzug weiterfahren. Sie und die ICE-Fahrgäste hatten zuletzt rund zwei Stunden Verspätung. Zudem waren nach Bahnangaben rund 35 Züge des Nah- und Fernverkehrs betroffen.

sto/dpa