Deutsche Bahn Speisewagen ade?
Hamburg - Spätestens in zwei Jahren sollten Stewardessen - ähnlich wie im Flugzeug - Getränke und Menüs in der ersten Klasse am Sitzplatz servieren, berichtete die "Bild am Sonntag". Der Service sei im Fahrpreis enthalten. Wie bei Flügen müssten die Zugfahrten vorher fest gebucht und reserviert werden, um ausreichend Speisen vorbereiten zu können. Beim Essen soll Wert auf Qualität gelegt werden: "Feinkost von exquisiten Markenherstellern" sei vorgesehen. Fahrgästen der zweiten Klasse sollen in Bistro-Bereichen Snacks gegen Bezahlung angeboten werden, hieß es.
Die Stilllegung der 100 Speisewagen in IC/EC-Zügen erfolge im Sommer 2001. "Die Wagen sind zu alt und zu reparaturanfällig", sagte Bahn-Sprecher Dirk Große-Leege. Die Zeitung beziffert den Verlust, den die Deutsche Bahn mit den Speisewagen jährlich schreibe, auf 300 Millionen Mark. Bis zur Umsetzung des neuen Konzepts Ende 2002 wolle die Bahn statt der Bordrestaurants überzählige Bistrowagen aus stillgelegten Interregio- Zügen als Übergangslösung an die Intercitys kuppeln.
Noch offen sei, was aus Mitropa - der Bahn-Tochter und Speisewagen-Betreiberfirma - wird. Die Züricher Firma Rail Gourmet - eine Tochter der Fluggesellschaft Swiss Air, die bereits in spanischen AVE-Zügen die Betreuung übernommen hat, soll auch bei der Bahn den Service übernehmen. "Wir sind stark interessiert und können den Fahrgästen einen vorzüglichen Service garantieren", sagte Frank Werup, Mitglied der Geschäftsführung.