Deutscher Flugverkehr Doppelte Kontrollen
Frankfurt am Main - Der Betreiber des größten deutschen Flughafens in Frankfurt, Fraport, teilte mit, die seit den Anschlägen in New York und Washington ohnehin erhöhten Kontrollen seien der aktuellen Lage angepasst worden. Inzwischen werden nicht nur alle Passagiere von US-amerikanischen sondern auch die von britischen Airlines doppelt kontrolliert. Die britische Luftwaffe beteiligt sich an den Vergeltungsschlägen gegen Afghanistan.
Die Fluggäste zum Beispiel von Britisch Airways und Britisch Midland werden überprüft, wenn sie den Gatebereich betreten und dann noch ein Mal vor dem Einstieg ins Flugzeug. Das galt bisher nur für Passagiere in die USA. Auch in München gelten entsprechende Direktiven. Ebenso wurden in Berlin oder Hannover die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Die besonderen Maßnahmen könnten die Kontrolle in den nächsten Tagen verzögern, wird gewarnt. Potenziell gefährliche Gegenstände wie Messer, Scheren und ähnliches dürfen nicht im Handgepäck mitgeführt werden.
Auch die Lufthansa hatte nach den Anschlägen in den USA vor knapp vier Wochen ihre Kontrollen erweitert. Über diese höheren Standards hinaus gebe es nach den US-Militärschlägen am Sonntagabend bisher keine weiteren Maßnahmen, sagte eine Sprecherin am Montag. Pakistan und Afghanistan würden derzeit ohnehin nicht angeflogen. Das Gefahrengebiet werde weiträumig umflogen. Streichungen von Flügen etwa in den Nahen oder Mittleren Osten sind dem Unternehmen zufolge derzeit nicht geplant.
Auch die zur British Airways gehörende Münchener Fluglinie Deutsche BA behielt nach eigenen Angaben die bisherigen Sicherheitskontrollen bei. "Wir haben sie schon so dermaßen verschärft, dass wir akut nichts mehr ändern müssen", sagte eine Sprecherin.
Lufthansa und Deutsche BA erheben seit Anfang Oktober für den höheren Aufwand bei den Kontrollen einen Sicherheitszuschlag von acht Dollar pro Passagier und Flugabschnitt.
Die Fluggesellschaft Thai Airways setzte nach den Militärschlägen ihre Flüge nach Pakistan bis auf weiteres aus. Betroffen seien acht wöchentliche Flüge nach Karachi und vier nach Lahore, teilte das Unternehmen in Bangkok mit. Vor einer Woche hatte Thai bereits angekündigt, bei allen Verbindungen nach Europa den Luftraum über Afghanistan und Staaten des Nahen Ostens zu meiden.