Dialekt und Erotik: Servus ist sexy - DER SPIEGEL
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Dialekt und Erotik Servus ist sexy

Männermagazine erweitern nicht nur in Kenntnisse in punkto weiblicher Anatomie. Nein, sie beeinflussen auch das regionale Selbstbewusstsein. Zumindest der "Playboy": Der hat eine Umfrage in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie sexy deutsche Dialekte wirken.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Da legst di nieda: Der mit Abstand erotischste Dialekt ist der repräsentativen Umfrage zufolge das Bayrisch. Gleich 29 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die weiß-blaue Sprechweise ziemlich prickelnd finden. Wen wundert es bei diesem konkurrenzlosen Platz eins noch, dass der "Playboy" auf seiner Homepage schon jetzt auf der Suche nach dem Wiesn-Playmate 2003 ist, das sich auf dem Oktoberfest aus dem Dirndl schälen soll?

Platz zwei für Berliner

Erst mal kommen also die Bayern, dann kommt lange nix - und dann sind die Hauptstädter dran. Den forschen Berliner Dialekt finden immerhin noch 23 Prozent der 1000 Befragten sexy, knapp gefolgt von der rheinländischen Mundart mit 22 Prozent.

Die Schwaben können von ihrer Nachbarschaft zu den erotisch klingenden Bayern nicht so recht profitieren. Mit 18 Prozent erreichen sie nur den vierten Platz: "Servus" ist offenbar anziehender als "Hallöle". Auch den Franken bringt die Nähe zum bayrischen Sprachraum keinen sprachlichen Sympathiebonus, sondern nur 14 Prozent und einen gemeinsamen fünften Platz mit den Hessen.

Zurück nach Baden-Württemberg: Auch der Spruch "Lieber badisch als unsymbadisch" bedarf zumindest in punkto Dialekt einer Korrektur: Denn das Badische rangiert mit elf Prozent weit abgeschlagen auf Platz acht, hinter Friesisch (13 Prozent) und Sächsisch (12 Prozent). Das Schlusslicht der Umfrage bilden jedoch die Pfälzer, deren Dialekt nur acht Prozent der Herzen zufliegen.