EU-Bericht Strände werden bei Verschmutzung einfach gesperrt
Brüssel - "Wir müssen die Praxis stoppen, als Lösung von Umweltproblemen Badegebiete nicht mehr als solche auszuweisen. Der richtige Ansatz ist die Bekämpfung der Umweltverschmutzung und nicht die Beschneidung der Bademöglichkeiten", erklärte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström bei der Vorstellung des jährlichen Berichts zur Badewasserqualität in Brüssel. Sie kritisierte, dass einige Regierungen einfach Strände schlössen, um sich die Kosten für Reinigung und die Erfüllung der Standards zu sparen.
"Einige dieser Plätze blieben über Jahre gesperrt", sagte Wallström. Dem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr 116 Strände von der Beobachtung durch die EU ausgenommen. Diese Kritik betrifft auch Deutschland. 97 Prozent der Küstenstrände und mehr als 95 Prozent Süßwassergebiete erfüllen zwar die EU-Normen, allerdings wurden auch mehr Strände gesperrt. Im Vergleich zu 2002 gab es 2003 1,5 Prozent weniger Küstenstrände und 2,5 Prozent weniger Süßwasserstrände zum Baden.
Es sei aber erfreulich, dass die meisten Badestrände nicht nur die Mindeststandards, sondern auch die empfohlenen strengeren Standards erfüllten, erklärte Wallström. "Die Badegewässerqualität in der EU nimmt weiterhin zu. Das sind gute Neuigkeiten für alle Bürger und vor allem für die Eltern von Kleinkindern, die Europas Strände und Seen genießen wollen." Wie es hieß, erfüllten im vergangenen Jahr 98,6 Prozent aller untersuchten Meeresküsten die EU-Umwelt und -Qualitätsstandards. Bei den Binnengewässern seien es 92,3 Prozent gewesen. Das war jeweils ein Prozent mehr als im Vorjahr.
Glasklares Badewasser lockt an fast allen Lieblingsstränden der Deutschen: Am besten schnitten die Strände in Griechenland und den Niederlanden ab, wo praktisch überall die EU-Normen erfüllt werden. Griechenland nahm sogar ein Prozent mehr Küstenstrände in die Bewertung auf. Auch die Urlaubsländer Spanien, Portugal, Italien und Frankreich lagen bei 95 Prozent. Spanien wird aber auch kritisiert, weil es nicht alle Gewässer ausreichend überwacht.
Der Jahresbericht basiert auf den Bestimmungen der Badegewässer-Richtlinie von 1976 und wird jedes Jahr vor Beginn der Sommerferiensaison veröffentlicht. In der gesamten EU fallen 19.371 Badegewässer unter die Richtlinie, 70 Prozent davon an der Küste, 30 Prozent sind Süßwasserbadegebiete. Die Daten der zehn neuen EU-Länder werden erst in den nächsten Jahren schrittweise dem Bericht hinzugefügt.