EU-Gesetz: Geld zurück bei Flugverspätung - DER SPIEGEL
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EU-Gesetz Geld zurück bei Flugverspätung

Mit einer am Donnerstag verabschiedeten Richtlinie stärkt das EU-Parlament die Rechte von Flugreisenden. Die Kompensation für sitzen gelassene Kunden wurde erhöht, und bei größeren Verspätungen müssen die Fluggesellschaften den Ticketpreis erstatten.
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Straßburg - Mit ihrer in zweiter Lesung gebilligten Entscheidung will das Europäische Parlament Fluglinien von der gängigen Praxis, ihre Maschinen zu überbuchen, abbringen. Um sicherzustellen, dass ihre Kapazitäten möglichst ausgelastet sind, verkaufen die Fluggesellschaften mehr Tickets, als überhaupt Plätze verfügbar sind. Nach Angaben der EU-Kommission müssen jährlich rund 250.000 Kunden an ihrem Startflughafen zurückbleiben und Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die gestrandeten Passagiere konnten bisher zwischen einem Alternativflug und der Rückerstattung des vollen Kaufpreises plus Entschädigung wählen. In der neuen Richtlinie, die bis Ende des Jahres in Kraft treten dürfte, wurde die Höhe der Entschädigungszahlung fast verdoppelt. In Zukunft können sitzen gelassene Fluggäste für Flüge bis 1500 Kilometer 250 Euro, bis 3500 Kilometer 400 Euro und darüber hinaus 600 Euro fordern.

Galt das Recht auf Schadenersatz bisher nur für Linienflüge, steht nun auch Passagieren von Charterflügen Schadenersatz zu. Erstmals können auch Kunden, deren Flüge komplett gestrichen wurden, auf Kompensation bestehen. Wenn die Fluglinie nicht mindestens zwei Wochen im Voraus über die Annullierung informiert oder für eine zeitnahe Umbuchung gesorgt hat, dann gelten sogar dieselben Entschädigungssätze wie bei der Überbuchung.

Zum ersten Mal können auch Passagiere, die mit Verspätungen ihr Ziel erreichen, Anspruch auf Erstattung des Flugpreises erheben: Sobald sie länger als zwei Stunden auf ihren Kurzstreckenflug oder länger als vier Stunden für einen Langstreckenflug warten mussten, erhalten sie den Ticketpreis zurück.

Scharf kritisiert wurde die Richtlinie im Voraus von Billigfluglinien. Die Entschädigungssätze der EU würden ein Vielfaches ihrer Ticketpreise betragen. Ryanair und EasyJet stehen jedoch wegen schlechten Services, häufiger Verspätungen und Annullierungen besonders in der Kritik.