Euro-Schwäche: Der Reisesommer wird teuer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Europa-Reisen: Die Kaufkraft des Euro in ausgewählten Ländern

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images

Euro-Schwäche Der Reisesommer wird teuer

Nicht nur Fernreisen werden wegen des schwachen Euro in diesem Sommer teurer als im Vorjahr. Auch innerhalb Europas hat in einigen Ländern die Kaufkraft nachgelassen. Besonders tief muss der deutsche Urlauber in zwei Nachbarländern in die Tasche greifen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Euro ist nicht gleich Euro, jedenfalls nicht auf Reisen: Je nachdem, wo es in diesem Sommerurlaub hingeht, bekommen die Deutschen mehr oder weniger für ihr Geld. Im Zweifelsfall jedoch eher weniger als im Vorjahr.

Die aktuelle Euro-Schwäche macht nicht nur die Ferienreise in Länder wie Japan oder die USA spürbar teurer als noch vor einem Jahr, wie Lars Hofer vom Deutschen Bankenverband (BdB) in Berlin erläutert. Seit Ende 2009 hat der Euro gegenüber dem US-Dollar gut zehn Prozent an Wert verloren. Auch innerhalb Europas, nur wenige Kilometer hinter den Grenzen, müssen Urlauber jetzt häufig tiefer in die Tasche greifen als noch im Reisesommer 2009. Nur in Osteuropa kriegt man noch richtig viel fürs Geld.

"Wo ist mein Euro was wert: Das kann ein wichtiger Aspekt bei der Urlaubswahl sein, je nach Budget", sagt Hofer. Ob Essen, Tanken, Ausgehen, Strandliege oder Eintrittsgelder: laufende Urlaubsausgaben können die Ferienkasse wegen der geringeren Kaufkraft des Euro durchaus stärker belasten.

Schwache Kaufkraft in Nachbarländern

Besonders kostspielig dürften Ferien in Dänemark und der Schweiz werden. Zwar waren beide Staaten noch nie ein billiges Pflaster, die Kaufkraft des Euro liegt derzeit jedoch um etwa ein Fünftel niedriger als in Deutschland, wie ein aktueller Vergleich des Bankenverbands in ausgewählten Ländern ergab. Dabei wurde die Kaufkraft der europäischen Währung hierzulande mit der im Ausland verglichen. Das unterschiedliche Preisniveau sowie die Wechselkurse beim Umtausch flossen bei der Berechnung mit ein.

Auch innerhalb der Euro-Zone, in klassischen Reiseländern wie Italien, Frankreich oder Griechenland, ist der Urlaub in diesem Jahr teurer als daheim. Beispiel Frankreich: Der Euro ist an Côte d'Azur und Rhône nur 88 Cent wert. Bei den Italienern liegt die Kaufkraft bei 90 Cent, bei den Griechen immerhin bei 96 Cent.

Im Vergleich mit dem Westen und Süden Europas kann der Urlaub im Osten dagegen richtig günstig sein. In Polen und Ungarn ist der Euro nach wie vor deutlich mehr wert als in Deutschland. Das bedeutet: Für einen Euro bekommt man dort Einkäufe und Leistungen, für die man hierzulande 1,21 Euro oder 1,16 Euro zahlen müsste. Auch in Kroatien lässt es sich vergleichsweise günstiger leben als auf Balkonien: Dort liegt die Kaufkraft des Euro bei 1,09.

Berrit Gräber, apn