Verspätete Flüge Eurowings verschiebt neue Langstreckenziele
Von Köln nach Kuba: 50 Stunden Verspätung mit Eurowings
Foto: Oliver Berg/ dpaViele Flüge waren überdurchschnittlich stark verspätet - zum Teil mehr als fünf Stunden. Auf der Langstrecke hat die im November gestartete Fluggesellschaft Eurowings ein massives Problem. Die Lufthansa-Billigmarke will daher Flüge zu neuen Fernzielen verschieben, bis die Lage im Griff ist.
Die eigentlich ab 4. Mai vorgesehenen Flüge vom Heimatflughafen Köln/Bonn nach Boston und Miami sollen nun erst im Juni beginnen, sagte ein Eurowings-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des Luftfahrt-Portals "Aerotelegraph". Die Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran wurden auf Eis gelegt und sind derzeit gar nicht mehr buchbar. Kunden, die bereits Tickets gekauft hätten, würden auf andere Flüge umgebucht, sagte der Sprecher.
Als Gründe für die Unpünktlichkeit nannte das Unternehmen im Januar kurzfristige Krankmeldungen, außerplanmäßige Reparaturen und starke Winde über dem Atlantik, die im Herbst und Winter häufig seien. Es werde alles getan, "um diese Dinge schnellstmöglich abzustellen", hatte Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt dem "Kölner Stadt-Anzeiger" gesagt. Man habe offenbar nicht genügend Reserven eingebaut. Für die Lufthansa ist der Fehlstart bitter, da die Eurowings-Flüge in alle Welt eines der Vorzeigeprojekte von Konzernchef Carsten Spohr sind.
Anfang des Jahres war ein Eurowings-Flieger aus Kuba erst mit 68 Stunden Verspätung in Köln gelandet. Der für das Vorhaben seit dem Jahreswechsel zuständige Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt verwies auf die mangelnde technische Infrastruktur in Kuba, wegen der ein Ersatzteil erst mit großer Verzögerung angeliefert werden konnte. Zudem ist die Eurowings-Langstreckenflotte mit zwei Airbus-A330-Maschinen sehr klein - Ersatzflugzeuge standen bislang nicht bereit.
Das Problem will Eurowings selbst in den Griff bekommen, wenn in zwei Monaten zwei weitere Jets des gleichen Typs in den Hangar rollen. Gleichzeitig hilft auch die Konzernmutter Lufthansa aus und übernimmt für Eurowings vorerst die Flüge von Köln nach Dubai. Bis nächstes Jahr sollen insgesamt sieben A330 für den Condor-Rivalen fliegen - eine weitere Maschine ist an den Reisekonzern TUI vermietet. Dem Sprecher zufolge werden derzeit zehn Fernziele angeflogen, davon sechs im Einzelticketverkauf.
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