Everest-Nostalgie: Kletterer planen Gipfeltour mit Ausrüstung von 1924 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Everest-Nostalgie Kletterer planen Gipfeltour mit Ausrüstung von 1924

Wollpulli statt Gore-Tex, Hanfseile statt Klettersteige: Mit Ausrüstung aus den zwanziger Jahren will eine Gruppe Bergsteiger beweisen, dass schon damals eine erfolgreiche Gipfeltour möglich war. Vorbild ist eine tödliche Expedition aus dem Jahr 1924.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kathmandu – Auf den Spuren einer Legende: Bis heute ist nicht geklärt, ob George Mallory und Andrew Irvine, zwei der besten Bergsteiger ihrer Zeit, im Jahr 1924 den Gipfel des Everest erreichten. Zuletzt waren sie auf 8500 Meter Höhe gesehen worden, dann kamen sie in einem schweren Unwetter ums Leben.

Jetzt will eine internationale Gruppe von Bergsteigern die Route nachsteigen – in originalgetreuen Repliken der damaligen Ausrüstung. Damit wollen sie beweisen, dass es möglich gewesen wäre, schon knapp 30 Jahre vor Edmund Hillarys Erstbesteigung den Gipfel des 8848 Meter hohen Everest zu erreichen, wie die BBC berichtet.

Statt Hightechfasern werden die wagemutigen Kletterer Kleidung aus Wolle und Seide tragen, zur Sicherung verwenden sie Hanfseile. Die größte Herausforderung wird der "Second Step" kurz vor dem Gipfel sein, eine fast 40 Meter hohe beinahe senkrechte Wand. Dort werden eigens Kletterstiege entfernt, die heutige Expeditionen verwenden – die Nostalgie-Bergsteiger wollen dieses Hindernis mit Hanfseilen überwinden. Viele Alpin-Experten sind der Meinung, dass es mit der Ausrüstung von Irvine und Mallory unmöglich war, den "Second Step" zu überwinden.

Dieses Jahr gab es eine Rekordzahl an Aufstiegsversuchen am Everest. Insgesamt 514 Kletterer waren dort unterwegs, einige davon suchen nach immer neuen Herausforderungen und Premieren: Ein Holländer versuchte halbnackt den Aufstieg, ein Brite machte den ersten Handyanruf vom Gipfel, und ein 71-jähriger Japaner wurde zum ältesten Everest-Besteiger.

sto