Finanzprobleme: Alptraumschiff "Deutschland" - DER SPIEGEL
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Finanzprobleme Alptraumschiff "Deutschland"

Die Reederei des ZDF-"Traumschiffs" ist nach SPIEGEL-Informationen finanziell schwerer angeschlagen als bekannt. Ausgerechnet eine Heuschrecke soll das Vorzeigeschiff nun retten - das dürfte sich auch bei den Drehbüchern bemerkbar machen.
"MS Deutschland" in Travemünde: Schnäppchen-Kaufpreis
"MS Deutschland" in Travemünde: Schnäppchen-Kaufpreis

"MS Deutschland" in Travemünde: Schnäppchen-Kaufpreis

Foto: Deilmann Reederei/dpa/gms
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ZDF

Dirk Markus, Chef der Investmentfirma Aurelius und neuer Eigner der als -"Traumschiff" bekannten MS "Deutschland", plant für das angeschlagene Kreuzfahrtschiff eine "behutsame Anpassung an den Zeitgeist". Er wolle "moderne Landausflugskonzepte und an den Zeitgeist angepasste Routenführung", sagte Markus dem SPIEGEL. Die derzeitige Auslastung von rund 70 Prozent sei steigerungsfähig.

Auch "Traumschiff"-Produzent Wolfgang Rademann kann nach SPIEGEL-Informationen hoffen: Unter den strengen Augen der bisherigen Reederinnen, den Zwillingen Gisa und Hedda Deilmann, war es eher ausgeschlossen, dass in "Traumschiff"-Storys mal ein nackter Busen blitzte oder ein klauender Matrose auftrat. Markus verspricht: "Wir werden in den Drehbüchern mehr erlauben."

Die Reederei des prominenten Dampfers ist indes finanziell schwerer angeschlagen als bisher bekannt. Bereits vor seinem Tod habe der Reeder Peter Deilmann schwere Zeiten auf das Unternehmen zukommen sehen, sagte Gisa Deilmann dem SPIEGEL. Die Deilmann-Zwillinge Gisa und Hedda übernahmen nach dem Tod das Unternehmen.

2009 entpuppte sich die Firma endgültig als Sanierungsfall. Weder das Land Schleswig-Holstein noch Banken wollten helfen. Die Zwillinge kontaktierten gar die Bundeskanzlerin - vergeblich. Von den einst 13 Schiffen blieb am Ende nur noch die MS "Deutschland" übrig. Doch selbst die schrieb zuletzt nur mit Ach und Krach schwarze Zahlen, obwohl der Markt für Kreuzfahrten boomt.

Finanzinvestor

Es war also nicht mehr viel übrig vom stolzen Traumschiff, als der Aurelius einsprang, eine klassische "Heuschrecke". Der Schnäppchen-Kaufpreis besteht im Kern aus der Übernahme angehäufter Verbindlichkeiten. Markus übernimmt 95 Prozent der Anteile, den Rest halten die Deilmann-Zwillinge, die künftig nur noch als "Deutschland"-Botschafterinnen fungieren sollen.

Nach SPIEGEL-Informationen hatte Markus schon ein Angebot, den Dampfer in eine vor China ankernde Spielhölle zu verwandeln. Er habe aber abgelehnt.

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