Fluggepäckkontrollen: Sprengstoff oder Schokolade? - DER SPIEGEL
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Fluggepäckkontrollen Sprengstoff oder Schokolade?

Gepäckkontrolle in der Röntgenschleuse. Eigentlich unverdächtig, die Tafel Schokolade in der Tasche zwischen Walkman und Turnschuhen. Der geschulte Blick aber lässt sich nicht täuschen: Dies hier ist Sprengstoff, keine Schokolode. Die moderne Technik schult mit kleinen Tricks die Aufmerksamkeit des Bodenpersonals.
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"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben erfolgreich eine Bombe identifiziert", blinkt das Display. Das bedrohliche Röntgenbild wurde zwischen den Aufnahmen von tatsächlichen Gepäckstücken eingeblendet - um so die Aufmerksamkeit des Personals an der Schleuse zu erhöhen. Nach den Terroranschlägen in den USA gehören Gepäckschleusen mit integrierter "Aufmerksamkeits-Prüfung" zu den Attraktionen auf der weltgrößten Flughafenmesse "inter airport europe" in München.

Spätestens die Flugzeugentführungen am 11. September haben gezeigt, wie stark die Sicherheit im Flugzeug von der Aufmerksamkeit des Bodenpersonals abhängt. Sky-Marshals und hermetisch verriegelte Cockpit-Türen mögen ihre Berechtigung haben, aber es kommt darauf an, solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. In dieser Auffassung sind sich alle Sicherheitsverantwortlichen einig. Statt Resignation verbreitet die Branche auf dem ersten großen Treffen seit der Katastrophe Aktionismus. "Lassen Sie uns gemeinsam versuchen, aus der derzeitigen Situation das Beste zu machen - mit neuen Zielen für eine bessere Zukunft", appellierte der Chef des Branchenverbandes GATE, Dieter Heinz, an die Aussteller.

Während die Luftfahrtbranche nach den Angriffen unter dramatischen Rückgängen der Passagierzahlen leidet, profitieren die Hersteller von Sicherheitssystemen am Flughafen spürbar von der Krisenstimmung. "Wir produzieren an unserer Kapazitätsgrenze", sagt Jarmo Saari von dem US-Hersteller von Personenschleusen Metor. Auch das Unternehmen Heimann Systems, nach eigenen Angaben Weltmarktführer von Röntgenprüfsystemen hat einen steigenden Auftragseingang registriert. "Der Bedarf wächst", sagt ein Unternehmssprecher. Gleichzeitig steigt aber auch die Notwendigkeit, bei den Systemen alle denkbaren Bedrohungen einzubeziehen.

Aber nicht alles, was technisch möglich ist, lässt sich mit der Massenabfertigung auf Flughäfen vereinbaren. Im Mittelpunkt des Interesses stehen daher auf der "inter airport" Geräte mit einer möglichst hohen Trefferquote, die den Ablauf auf dem Flughafen nicht unnötig aufhalten. Dazu gehören etwa mehrstufige Schleusen, die verdächtiges Gepäck von einer Schleuse zur nächsten immer gründlicher untersuchen, bevor das Gepäckstück geöffnet wird. Gerade bei Personenschleusen sorgt falscher Alarm durch Schlüssel oder Armbanduhren oft für Staus bei der Passagierabfertigung. Deshalb ist die Fehlerquote bei den neuen Geräten nach Worten von Metor- Verkaufsmanager Saari deutlich reduziert worden. Mangelnde Sensibilität der Geräte sei schon lange nicht mehr das Problem. "Diese Geräte können auch bei einem Nackten anschlagen - wegen des Eisens im Blut."

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