Flughäfen im Winter "Salz ist absolut tabu"
Hamburg - Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Überall machen Schnee und Eis den Verkehrsmitteln zu schaffen. Am Montagmorgen musste vorübergehend der Flughafen Düsseldorf gesperrt werden. Weil die Räumdienste nicht mehr nachkamen, konnten dort zwischen 6 und etwa 9 Uhr keine Maschinen mehr starten oder landen, wie ein Sprecher sagte. Vier Flugzeuge wurden bis 11 Uhr zu anderen Airports umgeleitet, unter anderem nach Köln/Bonn. Zudem wurden insgesamt 47 Flüge von und nach Düsseldorf gestrichen.
Im Laufe des Vormittages normalisierte sich der Flugbetrieb dann wieder, wie der Flughafen mitteilte. Es könne aber weiterhin zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen. Passagiere wurden gebeten, sich für Informationen an ihre Reiseveranstalter oder Fluggesellschaften zu wenden.
Eigentlich kann im Normalfall der Winter den Flugzeugen nicht viel anhaben, sagt Luftfahrtexperte Jürgen Heermann, ehemaliger Flugingenieur bei der Lufthansa und Autor des Buches "Warum sie oben bleiben".
Frage: Werden die Start- und Landebahnen gestreut wie Autobahnen?
Heermann: Nein. Salz ist absolut tabu. Die Gefahr, dass durch das Salz an den teuren Flugzeugen Korrosion entsteht, ist viel zu groß. Stattdessen wird eine Sprühflüssigkeit benutzt.
Frage: Vorhergesagt sind Temperaturen um 20 Grad minus - kann es für Flugzeuge zum Starten zu kalt werden?
Heermann: Die Grenzen liegen nach oben und unten bei etwa minus 50 und plus 50 Grad. Das heißt: Es gibt bei uns im Prinzip keine Temperatur, bei der nicht gestartet werden kann. Wichtig ist allerdings, dass sich beim Flugzeug auf und unter der Tragfläche kein Eis und Schnee befinden.
Frage: Wie wird das verhindert?
Heermann: Durch Enteisung: Die Flugzeuge werden mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch besprüht. Die Konzentration richtet sich nach der Temperatur. Außerdem wird ein Schutz aufgetragen - das ist wie so ein Wackelpudding. Der hält sich bis etwa Tempo 150. Danach zieht der Fahrwind die Schicht, auf der bis dahin womöglich neuer Schnee liegt, schlagartig ab. Während des Fluges dann verhindert warme Luft von 250 Grad, die von den Tragflächen-Vorderkanten durchgeleitet wird, dass sich Eis bilden kann.