Flughäfen: Workout und Wellness statt Warten - DER SPIEGEL
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Flughäfen Workout und Wellness statt Warten

Flug gestrichen? Verbindung geplatzt? Stundenlange Wartezeiten bis zum Weiterflug? Statt sich zu ärgern oder zu langweilen, kann man in vielen Flughäfen die freie Zeit sinnvoll nutzen.
Von Hilke Maunder
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der neu eröffneten British Airways Arrivals Lounge von London-Heathrow verwöhnt das erste "Molton Brown Travel Spa" First- und Business-Class-Passagiere mit kostenlosen Gesichtsbehandlungen, Reflexzonentherapie und diversen Massagen. Hier kann man an Kraftsportgeräten den Kreislauf wieder in Schwung bringen; Verspannungen aus Nacken und Schulter massieren lassen oder sich in Dampfbad und Sauna relaxen. Auch die Fluggesellschaft Virgin Atlantic bietet ihren Upper Class-Passagieren Wellness im Airport. Kostenlos kann man sich den Körper kneten, Hände und Finger pflegen lassen oder gar eine Hydrotherapie versuchen. Bei Bedarf folgen dann an Bord Kopfmassagen.

Auch in Asien geht der Trend zum entspannten Warten: Als erste Airline erweiterte Cathay Pacific ihren Service um Schönheit und Entspannung. Im eleganten Spa der "Wing Lounge" zu Hongkong können sich First- und Business-Class-Passagiere sowie Statuskunden des Marco Polo Clubs bei Farb- und Aromatherapie von den Anstrengungen des Fluges erholen. Besonders beliebt ist das Kombipaket "AromaSpa Brush & Wrap": Peeling und Packung für den ganzen Körper.

Exotische Schlammpackungen machten das Spa im Changi Airport von Singapur schnell weltweit bekannt. In Kuala Lumpur bietet Malaysia Airlines in der größten Lounge der Welt Workouts im Kraftraum oder einen Saunabesuch. Einen richtigen Boom erleben die Fitnessbewegung an den Flughäfen Nordamerikas. Newark investiert in ein "d-parture Spa"; in Las Vegas und Los Angeles lädt ein "24 Hour Fitness" zum Muskeltraining rund um die Uhr. Miami, Pittsburg, Boston, Seattle und Chicago - kaum ein Monat vergeht, in dem kein neuer Airport-Fitnessclub eröffnet wird.

Mit gleich drei Standorten ist das "Absolute Spa" im westkanadischen Vancouver vertreten. Nur wenige Meter von den Fluggastbrücken für internationale Abflüge entfernt, werden bei der "Hot Stone Therapy" heiße Steine auf die "Chakren" der Reisenden gelegt. Die wohlige Wärme, die so minutenlang die sieben Energiezentren durchflutet, soll Stress und Spannungen abbauen. Wer wenig Zeit hat, wird im Terminal für Inlandflüge mit einem Express-Service bedient: Mini-Maniküre: 13 Dollar, Schnellmassage: 10 Dollar. Auf Massagen im Minutentakt hat sich auch das Franchise-Unternehmen "Massage Bar" spezialisiert. Beim "single shot" werden Rücken, Schultern, Nacken, Arme und Hände in 15 Minuten massiert, beim "double shot" binnen 30 Minuten wieder fit; bei der "Happy Hour" kann der Gast eine ganze Stunde lang das kraftvolle Kneten professionell geschulter Hände genießen.

In der im vergangenen jahr in Calgary eröffneten ersten "Oxygen-Bar" werden neben Massagen Sauerstoff-Sessions angeboten. 15 Minuten lang ruht der Reisende in einem der sechs Lounge Chairs, während mit Plastikkanülen der Nase reinster Sauerstoff zugeführt wird. 10 Dollar kostet der Kick für Kopf und Körper - auf Wunsch versetzt mit Düften, die die Seele streicheln (12 Dollar). Bald sollen solche Erholungszentren in allen wichtigen Flughäfen der Welt vertreten sein. Eine Dependance in Amsterdam steht vor der Eröffnung, bis Ende des Jahres soll auch Detroits neues Midfield Terminal eine Filiale erhalten.