Flughafen-Schmuggler: Bares im Büstenhalter - DER SPIEGEL
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Flughafen-Schmuggler Bares im Büstenhalter

Schildkröteneier im Gürtel, Heroin im Klavier: Die Zollbeamten des Frankfurter Flughafens machen immer wieder verblüffende Entdeckungen. Schmuggler werden immer erfinderischer - doch die Nasen der Spürhunde sind fein.
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Frankfurt am Main - Laut bellend und mit hektischen Sprüngen weist Labrador Uno seinen Hundeführer auf einen verdächtigen Koffer neben dem Gepäckband hin. Seine feine Nase hat den Artenschutzspürhund mal wieder nicht getäuscht. Im Inneren des Koffers finden die Zollfahnder eine illegal eingeführte Schlangenhaut. Mit Hilfe der Spürhunde und moderner Technik haben die Zollfahnder am Frankfurter Flughafen im Jahr 2008 zahlreiche spektakuläre Funde verzeichnet.

Seit Sommer 2008 hat das Hauptzollamt am Rhein-Main-Flughafen als einzige deutsche Zollbehörde zwei Artenschutzspürhunde. Bei rund 500 Kontrollen fanden die Ermittler mehr als 11.700 artengeschützte Tiere oder Pflanzen, darunter lebende Skorpione und Spinnen.

Die Hunde, die auf besondere Geruchsmuster trainiert sind, entdeckten beispielsweise auch das Fell eines Tapirs oder das Horn einer seltenen Rhinozeros-Art. "Hier wurde offenbar ein Tier gewildert, von dem nur noch etwa 300 Exemplare existieren", sagte der Leiter des Kontrollbereichs, Gero Heimroth, am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz des Zollamts.

Laut Zollamtsleiter Ronald Mattausch gibt es immer wieder "Moden", die Schmugglern von geschützten Tieren oder Pflanzen enorme Gewinne versprechen. Im Oktober kontrollierten die Zollbeamten einen Brasilianer, der 40 Schildkröteneier schmuggelte. Dabei trug er die Eier in einem Bauchgürtel, um ihnen die nötige Brutwärme zu geben. Bei der Ankunft in Frankfurt am Main waren jedoch bereits mehr als die Hälfte der Eier kaputt. Auch die anderen konnten nicht gerettet werden.

Cannabis im Fotostativ

Auch die Schmuggler von gefälschten Produkten, Waffen und Drogen entwickeln laut Zollamtsleiter Mattausch immer neue Ideen. "Die Beamten benötigen ebenso viel Phantasie und Intuition wie die Schmuggler", berichtete er. Im Oktober fanden die Fahnder rund 16 Kilogramm Heroin in einem Klavier, das aus Chile verschickt wurde. Auf dem Schwarzmarkt hätte das Rauschgift etwa 800.000 Euro gebracht, sagte Mattausch. Bereits im März hatten die Ermittler rund sechs Kilogramm Cannabis in einem Fotostativ gefunden.

Seit Juni 2007 besteht für Bargeld und Schecks über 10.000 Euro eine Anmeldepflicht, um Geldwäsche vorzubeugen. In rund 900 Fällen beschlagnahmten die Frankfurter Zöllner im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 37,5 Millionen Euro, die nicht angemeldet wurden. Bei einem Vietnamesen fanden die Beamten rund 1,4 Millionen Euro versteckt im Gepäck. Die Scheine waren fein säuberlich in Keksverpackungen und Folien eingewickelt. Der Mann sagte, dass er das Geld wieder mit nach Hause nehmen müsse, da ein Kauf geplatzt sei. Da jedoch der Verdacht bestand, dass das Geld aus illegalen Geschäften stammte, stellte der Zoll das Geld vorläufig sicher.

Eine Frau auf dem Weg in Iran hatte 60.000 Euro in ihren BH und den Hosenbund eingenäht. Auf Nachfrage der Kontrolleure sagte sie, dass sie Teppiche kaufen wolle. Die Ermittlungen des Zolls ergaben allerdings, dass die Frau seit Jahren unrechtmäßig Sozialleistungen bezogen hatte. Um künftig noch stärker gegen Geldwäsche durchgreifen zu können, sollen zwei Bargeldspürhunde ab diesem Jahr die Fahndungsteams unterstützen, sagte Heimroth.

Trotz der laut Zollamtsleiter Mattausch "erfolgreichen" Bilanz 2008 machen sich die Fahnder keine Illusionen über ihre Arbeit. "Es muss immer erst mal etwas da sein, auf das wir reagieren können", sagte ein Zöllner. So werde derzeit beispielsweise die Modedroge "Spice" in der Datenbank zur Rauschgifterkennung ergänzt. "Wir sind immer einen Schritt hinterher", fügte der Beamte hinzu.

Caroline Wadenka, ddp

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