Flugkosten Speck frisst Sprit
San Diego - Der Zusammenhang ist einleuchtend: Die US-Amerikaner wiegen im Durchschnitt jedes Jahr mehr, die Flugzeuge werden schwerer, was wiederum höheren Spritverbrauch und damit Flugkosten verursacht. Doch die Forscher des Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -vorbeugung (CDC) in Atlanta wollen ihre pummeligen Landsleute mit Zahlen aufrütteln und stellten eine genaue Rechnung auf: Allein in den vergangenen zehn Jahren hat das durchschnittliche Körpergewicht eines Erwachsenen in den USA um knapp fünf Kilogramm zugenommen. Für diese zusätzliche Last müssen die Fluggesellschaften mehr Sprit tanken - im Jahr 2000 etwa 1300 Millionen Liter.
Etwa 275 Millionen Dollar mussten die Fluggesellschaften im Jahr 2000 berappen, um den zusätzlichen Treibstoff zu bezahlen, schätzen die Forscher um Deron Burton vom CDC, die ihre Ergebnisse im Fachmagazin "American Journal of Preventive Medicine" veröffentlichten. Doch die Wissenschaftler rechneten weiter: Gemäß der Studie werden durch die Gewichtszunahme nahezu 3,8 Millionen Tonnen zusätzliches Kohlendioxid freigesetzt, die die Umwelt belasten.
Übergewicht ist ein zunehmendes Problem in den westlichen Industrienationen. In einer kürzlich erschienenen Studie untersuchte das CDC, wie sich Körpergröße und -gewicht bei US-Amerikanern in den vergangenen 40 Jahren geändert hatten: Heute sind sie im Schnitt etwa zwei Zentimeter größer. Dabei ist das durchschnittliche Gewicht um rund elf Kilogramm gestiegen, hat also im Verhältnis stärker zugenommen.