Flugreisen: Big Brother Bush - DER SPIEGEL
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Flugreisen Big Brother Bush

Essenswünsche, Kreditkartendetails, Familiendaten: In Zukunft sollen die Airlines mit dem Segen von Innenminister Schily sensible Daten ihrer Passagiere an die US-Behörden weitergeben. Die französische Regierung lehnte entsprechende Forderungen dagegen ab.
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Hamburg - Die Bundesregierung hat sich nach Informationen des SPIEGEL über massive Bedenken aus dem Bundesjustizministerium sowie des Bundesdatenschutzbeauftragten hinweggesetzt und einem umstrittenen EU-Abkommen zugestimmt, das die Weitergabe sensibler Flugpassagierdaten an die USA erlaubt. Fachleute aus dem Berliner Justizministerium hatten bemängelt, das Vertragswerk sei bedenklich, weil es die Rechte von Fluggästen nicht ausreichend berücksichtige. Zudem sei unklar, was mit den nach Amerika übermittelten Daten geschehe und wann diese wieder gelöscht würden.

Trotz des Widerspruchs der Juristen entschied das federführende Bundesinnenministerium, dem Vertragswerk zuzustimmen, weil es "mit dem Datenschutz vereinbar" sei, so ein Sprecher von Innenminister Otto Schily (SPD). Verschiedene europäische Länder wie Frankreich haben im Gegensatz zu Deutschland bereits erklärt, in dieser Form sei das Abkommen nicht unterschriftsreif. Auch das EU-Parlament hat sich gegen eine Ratifizierung der Vorlage ausgesprochen.

Die Verhandlungen gehen in Brüssel diese Woche in die entscheidende Phase. Die amerikanische Regierung sammelt zur Terrorismusabwehr bereits seit einiger Zeit möglichst umfassende Informationen über Touristen und Geschäftsleute, die per Flugzeug einreisen. Darunter sind auch Angaben zu Kreditkarten, persönlichen Essenswünschen oder Details über den Familienstand.