Flugreisen Experten kritisieren Klimaspende
Berlin - Wenn es um den Klimaschutz geht, sind Reiseveranstalter aktiver denn je: Die größten Anbieter TUI und Thomas Cook haben angekündigt, in Reisebüros und auf den Buchungsseiten im Internet für eine freiwillige Klimaabgabe zu werben. Doch die meisten Flugreisenden wollen davon noch nichts wissen.
Die Mehrheit der deutschen Fluggäste lehnt freiwillige Spenden an Klimaschutzprojekte als Ausgleich für den CO2-Ausstoß von Flugzeugen ab. Das hat eine repräsentative Befragung unter 1000 Deutschen ergeben, sagte Prof. Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) heute in Berlin. Von allen befragten Flugreisenden hätten sich 24 Prozent für freiwillige Klimaspenden ausgesprochen, 55 Prozent waren dagegen.
Auch bei Tourismusexperten ist die Abgabe umstritten. Diese freiwilligen Zahlungen lösten die Probleme des Klimawandels nicht, sagte Eke Eijgelaar von der Fachhochschule Eberswalde auf der ITB bei der Vorstellung einer Studie. Die Klimaschutzspenden seien zwar eine schnelle Alternative beim Klimaschutz - aber nicht die beste. Weder ließen sich dadurch nachhaltige Lebensstile fördern noch die negativen Auswirkungen des Tourismus auf das Klima reduzieren.
Nur eine knappe Mehrheit der Anbieter solcher Zahlungsprogramme weist laut Eijgelaar darauf hin, dass es sinnvoller ist, den eigenen Energieverbrauch zu senken, als eine Kompensationszahlung für den Schadstoffausstoß des Flugzeuges zu leisten. Allerdings ist die Bereitschaft, zugunsten des Klimas ganz auf das Fliegen zu verzichten, unter den Flugreisenden gering.
reh/dpa