Systemausfall Flugverkehr in München gestört
Flughafen München (Archivbild): Systemausfall bei der Flugsicherung
Foto: dapdMünchen - Chaos am Franz-Josef-Strauß-Airport: Ein Systemausfall bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) hat am Freitag zu massiven Beeinträchtigungen im deutschen Luftverkehr geführt. Zeitweise konnte am Flughafen München kein einziges Flugzeug mehr starten, wie ein Sprecher sagte. Nur vereinzelt konnten Landungen abgewickelt werden. Mehr als hundert Flüge mussten annulliert werden, viele verspäteten sich zum Teil erheblich. Wegen der Probleme fiel auch ein deutsch-französisches Ministertreffen aus.
Zu dem Ausfall des Radarsystems war es um 12.45 Uhr gekommen. Gegen 15 Uhr gelang es der Flugsicherung nach eigenen Angaben, das System wieder erfolgreich hochzufahren. Zuvor seien die Flüge, die sich noch in der Luft befanden, mittels eines Ersatzsystems koordiniert worden. Die Ursache für die technischen Probleme sei noch unklar. Trotz der Störung habe es aber keine Sicherheitsgefährdung gegeben.
Laut der DFS könnte es mindestens bis zum Abend dauern, bis sich der Luftverkehr wieder normalisiert - zurzeit arbeite der Airport nur mit der Hälfte der Kapazität. "Es kommt jetzt auf die Fluglinien an. Die müssen entscheiden, ob sie die Flüge trotz erheblicher Verspätungen noch durchführen wollen", sagte ein Sprecher der Flugsicherung. Üblicherweise starten und landen in München 1100 Maschinen am Tag.
Verzögerungen über Bayern hinaus
Der Systemabsturz verursachte nach Angaben der DFS-Zentrale in Langen an Flughäfen in Bayern, Thüringen und Sachsen erhebliche Verzögerungen. Die DFS in München überwacht den Luftraum vom östlichen Bodensee bis zur tschechischen Grenze und auf der Nord-Süd-Achse vom Brenner in Österreich bis nach Leipzig. Während des Ausfalls wurden keine Flugzeuge mehr in den betroffenen Luftraum gelotst und sämtliche Starts an den dortigen Flughäfen abgesagt.
In Nürnberg ging der Flugverkehr zunächst weiter. "Es ist nicht so, dass der Luftraum generell gesperrt wäre", sagte Flughafensprecher Reto Manitz. "Bei uns fliegen definitiv weiter Flugzeuge, es kommt aber zu Verzögerungen." Die beiden größten deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin machten zunächst keine konkreten Angaben zu Ausfällen und Verspätungen von Flügen.
Reisende müssen sich auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Sie sollten sich über die Internetseiten der Flughäfen, den Videotext des Bayerischen Fernsehens oder bei ihren Fluggesellschaften (siehe linke Spalte) über den aktuellen Status ihres Fluges informieren.
Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt ist es am Donnerstag zu zahlreichen Behinderungen gekommen: Wegen eines Unwetters mit starkem Regen und Gewitter fielen am Abend 27 Flüge aus. 3000 Passagiere mussten über Nacht in der Stadt bleiben, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Freitag sagte. Sie seien von den Fluggesellschaften größtenteils in Hotels untergebracht worden. Zwischenzeitlich war der Flughafen demnach komplett gesperrt. 28 Flieger wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. 24 Starts wurden vorsorglich annulliert.
Hier können sich Flugreisende direkt informieren:
Flughafen München : 089-975-00
Flughafen Nürnberg : 0911-93700
Flughafen Erfurt : 0361-65622-00
Flughafen Leipzig
Flughafen Friedrichshafen : 07541-284-0