Flugzeug-Projekt: Passagiere sollen über den Wolken duschen können - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Flugzeug-Projekt Passagiere sollen über den Wolken duschen können

Eine Flugzeugdusche gibt es bislang allenfalls in der Air Force One. Doch bald könnten auch Charterflüge diesen Komfort anbieten: Airbus entwickelt Warmluft-Duschen für Flugpassagiere. Statt richtigem Wasser gibt es immerhin Meeresrauschen als Hintergrundmusik.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Entwickler des Flugzeugbauers Airbus wollen Flugpassagieren Duschen anbieten, die statt mit Wasser mit heißer Luft für Erfrischung sorgen. Der Passagier setzt sich dazu in einer kleinen Kammer auf einen Drehstuhl und bekommt aus mehreren Düsen heiße, befeuchtete Luft ins Gesicht geblasen. Auf Wunsch können noch Duftstoffe zugemischt werden, meldete der Onlinedienst des britischen Wissenschaftsmagazins "New Scientist".

Duscher über den Wolken können demnach über ein Bedienelement die Temperatur des Luftstroms regulieren und die gewünschte Duftnote auswählen. Für das Wohlbefinden soll außerdem eine Klangkulisse, beispielsweise aus Meeresrauschen oder stimmungsvoller Musik, sorgen. Die entsprechenden optischen Reize wollen die Entwickler mit einer farbigen, regulierbaren Beleuchtung liefern. Diese Kombination sinnlicher Eindrücke soll dem Passagier in der Kammer ein Gefühl der Erfrischung geben, auch wenn kein Wasser zur Verfügung steht, heißt es in der Patentschrift.

Die Luftdusche könnte nach den Plänen der Entwickler um Anna Bauch anstelle einer gewöhnlichen Toilette oder eines Waschraums in Langstreckenflugzeugen eingebaut werden. Da sich die Benutzer der Luftdusche nicht entkleiden müssen, seien Mühe und Zeitaufwand für die Passagiere gering, hieß es. Laut Airbus können Käufer des A-380 die Luftdusche ab sofort als Extra ordern. Auch Business-Jets werden auf Wunsch damit ausgestattet.

Das Duschen an Bord von Flugzeugen scheiterte bisher an der vor allem in den billigen Klassen drückenden Enge im Cockpit. Bei konventionellen Duschen käme noch das Gewicht hinzu: Um auch nur einem kleinen Teil der Passagiere eines Langstreckenflugs eine Dusche zu ermöglichen, müssten Hunderte von Litern Wasser mitgeführt werden.

Anfang des Jahres hat Boeing, der amerikanische Konkurrent von Airbus, deshalb eine Dusche zum Patent angemeldet, die mit fein zerstäubtem Wasser arbeitet.

Sto/ddp