Flugzeugfriedhöfe in den USA Gestrandet
Giftige Klapperschlangen und Spinnen lauerten im Wüstensand, vor allem bei Nacht wurden sie aktiv. Das Fotoprojekt des Hamburger Werner Bartsch war nicht ganz ungefährlich. Quer durch den Südwesten der USA reiste er und durchstöberte Flugzeuglagerplätze, die ansonsten der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Seine Objekte: die Boeings, Cessnas, Daytons, die ihren letzten Flug längst hinter sich haben. Cockpits, Heckflossen, Flügel, Gangways, die im Wüstensand gestrandet sind.
"Abgeschlachtete und ausgeweidete Kerosinschleudern" nennt Bartsch sie in den Essays auf seiner Webseite . Zum Teil haben die Flugzeuge das Verschrottungsalter erreicht, zum Teil wurden sie aber auch in wirtschaftlich schlechten Zeit zwischengeparkt und warten in der trockenen Wüstenluft immer noch auf einen Einsatz. Am Boden bleibt aber die Air Force One von Präsident Dwight D. Eisenhower, eine VC-121A Constellation mit der Kennung 48-610.
Werner Bartsch hat die Wracks auf ihren Friedhöfen so fotografiert, als gäbe es keine Menschen. Als wären die Metallruinen aus dem weiten blauen Himmel, der sie überspannt, auf den Wüstenboden gefallen und dort einfach liegen geblieben. Nach ihrem Einsatz auf den betriebsamen Flughäfen der Welt und als Transportmittel für Tausende wirken die Riesenmaschinen vor dieser Kulisse fast einsam. Auf jeden Fall aber immer noch ästhetisch, wie Kunstwerke.